Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Erfurt
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 444 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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444 Im deutschen Reich. □ Erfurt, 5. Juni. Dem hiesigen deutsch-völkischen Turnverein, der nach seinen Satzungen keine Juden aufnimmt, hat die Stadt auf sein Ersuchen, ihm die städtische Turnhalle zu seinen Hebungen zu überlassen, ablehnend geantwortet. A Breslau, 23. Juni. Die von Herrn Prof. Dr. Badt geleitete hiesige Kommission für Einrichtung der Ferienkurse in Religionswissenschaften für jüdische Lehrer hat in den Studienplan, der Religonsphilosophie, rabbinische Disziplinen, jüdische Geschichte und Didaktik des Bibelunterrichts enthält, auch besonders die Apologetik ausgenommen. Herr Rabbiner I)r. Deutsch hat sich bereit erklärt, über Abwehr von Angriffen gegen das Judentum zu lesen. Die Herren Dozenten des jüd. theologischen Seminars und Herrn Rabbiner Dr. Zuckermandel haben die übrigen Fächer übernommen. Herr Dr. Sandler erbot sich auf Grund eigener Studien über .Land und Leute des heutigen Palästina" mehrere Vorlesungen zu halten. So werden die Tage vom 5.—13. Juli d. I. die Hörer des Breslauer Ferienkurses sicher n it neuen Geisteswaffen für die Ehre und Erhaltung unserer Religion ausrüsten. - Schweidnitz, 6. Juni. In der am 1. d. M. stattgehabten Sitzung der hiesigen Stadtverordnetenversammlung stellte Justizrat Gr o eg er, den die .Deutsch-Sozialen Blätter" als .ihren Freund" bezeichnen, den Antrag, für den Schlachthos ein Schächtverbot zu erlassen. Aus der Versammlung wurde das nach jüdischem Ritus vollzogene Schächten als eine grausame Behandlung der Tiere bezeichnet, welche allen Tierschutzbestrebungen Hohn spreche; namentlich sei das Knebeln, Werfen und Hochziehen der Tiere unmenschlich. Während den Fleischern jede Art von Tierquälerei mit Recht streng verboten sei, sei für den israelitischen Schächter das gerade Gegenteil gestattet. Trotzdem der Fleischerobermeister Qbst den Vermittelungsvorschlag machte, die israelitische Gemeinde zu ersuchen, durch Beschaffung von Matratzen und vorschriftsmäßigem Schächtzeug die Qualen der Tiere zu verringern, beschloß die Versammlung, den Magistrat zu ersuchen, die Ausnahmebestimmungen für den Schächter zu streichen, also das Schächten nach jüdischem Ritus zu untersagen. Bernstadt i. Schl., 21. Juni. Auf der Reise von Bad ^andcck nach hier hat den um die Verwaltung der hiesigen Synagogen - Gemeinde verdienten Herrn Isidor Vertun, der