Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Jüdische Offiziere und Offiziersaspiranten im Kriege 1870 - 71
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 419 (sequence 6)
- Language
- German
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Umschau. 419 Mancher der vorstehenden und der im ersten Artikel aufgeführten Krieger ist noch am Leben und legt Zeugnis ab von Deutschlands größter Zeit, die aus Blut und Eisen die deutsche Kaiserkrone und die deutsche Einheit schmiedete. Wie die Beförderungen und Auszeichnungen beweisen, haben auch diese Offiziere jüdischen Glaubens ihren christlichen Kameraden an Tapferkeit und Opfermut nicht nachgestanden. Die stolze Erinnerung an jene große Zeit verklärt ihr sonniges Alter. Sie aber, die bereits der grüne Rasen deckt, mahnen uns mit den Worten des jugendlichen Helöensängers Theodor Körner: „Stehst du, mein-Volk, bekränzt vom Glücke, In deiner Vorzeit heil'gem Siegerglanz: Vergiß die treuen Toten nicht, und schmucke Auch unsre Urne mit dem Eichenkranz." Umschau. t aß jeder Wechsel den Glücklichen schreckt, ist eine allgemeine Wahrnehmung, aber auch stiefmütterlich behandelte Menschen wird eine Schicksalswendung selten hoffnungsß.-eudig stimmen, sondern vielleicht eher in eine gewisse Bangigkeit versetzen. Dies wird besonders im politischen Leben und bei denen der Fall sein, die auf diesem Gebiete manche Enttäuschungen erfahren haben. Dazu gehören auch die deutschen .Juden, die nach der Verkündung des Bundesgesetzes vom 3. Zuli 1889 vollen Grund hatten, sich als gleichberechtigte Staat sbürger zu betrachten, und nach wie vor Zurücksetzung erfuhren, ibgleich sie selbst dazu in den verflossenen 38 Jahren keine Veranlassung gegeben, sondern sich der Gleichberechtigung durchaus würdig erwiesen haben. Dieses Bewußtsein hat uns stets in Zeiten ernster Krisen mit neuem Mut erfüllt und in unt: den alten Optimismus aufgefrischt, der uns tatkräftig erhält und durch der Zeiten Drang nicht erschüttert wird, wenn man nur der Pflicht eingedenk ist: „Bereit sein, ist alles!* Daß eine Schwenkung in der inneren Politik, wie sie jetzt mehrseitig befürchtet wird, unserer