Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- D. L., Cöln
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 381 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der RedaMon. 381 D. 8., Cöln. Wenn jüdische Bürger von der städtischen Behörde zur Uebernahme des Ehrenamtes des Zählers aufgefordert werden, sollten sie nur dann eine ablehnende Antwort erteilen, wenn ihre Verhältnisse ihnen die Uebernahme unmöglich machen. Daß ihnen die Uebertragung des Ehrenamtes als Schöffe oder Geschworener erwünschter wäre, bei dem nicht nur mechanische Kenntnisse und Vertrautheit mit gewerblichen Dingen erforderlich sind, kann dabei nicht in Betracht kommen. Zn mehreren Fällen hat es sich herausgestellt, es brauche nur in geeigneter Weise dem Bürgermeister nahegelegt zu werden, daß die angesehenen jüdischen Bürger durch ihre scheinbar absichtliche Ausschließung von dem Amt des Schöffen und Geschworenen sich verletzt fühlen, uw den Bürgermeister zu veranlassen, in dem Ausschuß dies geltend zu wachen, der dann darauf Rücksicht nahm. Wer nichts verlangt, bekommt nichts; wem aber etwas freiwillig angeboren wird, der soll es nicht ohne dringenden Anlaß ablehnen. N., Aachen. Wir müssen es der Redaktion der ^Frankfurter Zeitung * überlassen, sich selbst gegen die Angriffe des Zentrumsorgans zu wehren, setzen aber voraus, daß sie die Bezeichnung „Judenblatt" in keine besondere Aufregung versetzen wird. M. G., Heidelberg. Das in dem „Heidelberger Tageblatt" vom 25. April veröffentlichte Inserat hat folgenden netten Wortlaut: »Zwei Französinnen wünschen im August in einer deutschen Familie zu wohnen (nicht bei Juden). Offerten mit Preis für ein Zimmer mit Pension erbeten an Courtonne et Chauvin 5 rue Commines Paris 3 e/ Diese Damen würden für eine deutsche jüdische Familie ohnehin keine wünschenswerten Pensionäre sein, denn „Chauvinismus" ist das Alpha und Omega des Antisemitismus, und hier ist schon dadurch der Bildungsgrad dieser Damen gekennzeichnet, daß sie einen künstlichen Unterschied zwischen Deutschen und Juden konstruieren. Dr. E.. Darmstadt. Das Kurhaus Trautheim bei Nieder- Rawstedt ist in unserer Liste der antisemitischen Erholungsorte gestrichen worden, da der jetzige Besitzer uns selbst mitgeteilt hat, daß ihm der Zuspruch jüdischer Gäste willkommen sei.