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Im deutschen Reich · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. 376

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Breslau
Date
1907-06-01
Page
376 (sequence 2)
Language
German
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376 Iw deutschen Reich. im letzten Wahlkampfe und erwähnte dann auch den Uebelstand, daß an der Augustaschule in Breslau, deren Schülerinnen in der Mehrzahl dem Judentums angehören, kein einziger jüdischer Lehrer angestellt sei. Herr Schindler regte häufigere Versammlungen der Ortsgruppen an; Heer Dr. Goldschmidt berichtete über das Verhalten der jüdischen Aerzte auf dem Aerztetage; Herr Professor Dr. Badt sprach über das Verhalten der freisinnigen Parteiführung bei der Reichstagswahl, Herr diplom. Ingenieur Sonnenfeld über das Verhalten des Landtagsabgeordneten für Breslau, Major Strosfer, Herr Br. Fabian wünscht eine Klarlegung der Frage der angeblich verfassungsmäßigen Bestimmungen über den christlichen Charakter der Schule, Herr Rechtsanwalt Littmann eine Tendenzschrift für die Jugend usw. Der Verlaus der Versammlung war ein sehr befriedigender, und insbesondere lieferte die lebhafte Debatte ein sehr deutliches Zeugnis für das allgemein rege Interesse an den Zielen und Bestrebungen des Central-Vereins. Marburg, 10. Mai. Die „Hessische Landeszeitung" berichtet: Der antisemitische Reichstagsabgeordnete Bindewald wurde vom Schöffengericht in Ullrrchstein zu 60 Mar? Geldstrafe verurteilt, weil er einem Beamten zu unrecht nachgesagt hatte, daß er bei der Wahl Stimmenkauf getrieben habe. ± Leipzig, 10. Mai. Das Reichsgericht hat die Revision des Grasen Pü ckler Klein - Tschirne verworfen, der am 15. März d. I. vom Landgericht I Berlin wegen Aufreizung verschiedener Vevölkerungsklaffen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden ist. X Nürnberg, 11. Mai. Eine größere Anzahl hiesiger und Fürther Firmen hat beschlossen, kein Mitglied des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in ihren Betrieben aufzunehmen, so lange dieser Verband nach seinen Statuten Kaufleute israelitischer Konfession von der Mitgliedschaft ausschließt. Heilbronn, 21. Mai. Die feierliche Einweihung des israelitischen Landesasyls „Wilhelwsruh" fand heute in Sontheim am Neckar statt. Der „Schwarzwälder Bote" schreibt: „Die Israeliten Württembergs haben sich durch dieses Asyl ein bleibendes Denkmal gesetzt für ihre bewährte Hilfsbereitschaft gegenüber ihren Glaubensgenossen."

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