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Im deutschen Reich · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. 317

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
C. R., Berlin
Date
1907-05-01
Page
317 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 317 feierten christlich-sozialen „Volksvertreter" richten, in dessenOrganen noch in neuester Zeit seitenlange Anzeigen eines neuerrichteten Warenhauses zu lesen waren? Oder ist Liese der antisemitischen Presse leider von jüdischer Seite gewahrte finanzielle Unterstützung etwa die von Fröhlich und Genossen so heißersehnte „kräftige Warenhaus-Sondersteuer"? K. B., Berlin. Das Drama des Jargondichters Sch alom Asch „Der Gott der Rache" würde uns, da wir uns zu Theaterkritiken nicht berufen fühlen, ebenso wenig wie Wedekinds „Frühlingserwachen" zu einer Aeußerung veranlassen, wenn Sie in Ihrer Zuschrift nicht ausdrücklich Wert darauf legen würden, daß Schalom Asch ein Jude sei. Dichterische Begabung ihm abznsprechen, haben wir keine Veranlassung, obgleich derartige Leistungen uns nur zu sehr an eine der „Xemen" erinnern: „Willst du den Kindern der Welt und auch den Frommen gefallen, male die Wollust; nur male den Teufel dazu!" Was lber die Tendenz des Stückes betrifft, so gilt das Wort Gutzkows: „Der Autor ist kein Jude!" Indem er eine der schimpflichsten Folgen des unerhörten Druckes, der das Kultur- Niveau mancher russischen Juden in schmachvollster Weise erniedrigte, derartig zur Darstellung bringt, daß sie nicht wie Shakespeares Shplock bei Unbefangenen den Eindruck erweckt, ..Dem armen Juden geschieht Unrecht!", hat er gegen das jüdische Iebot gesrevelt: „Du sollst die Schande nicht aufdecken l" Aber ruch der Titel des Stücks ist unjüdisch, was bereits in einer an die „Boss. Ztg." gerichteten Zuschrift wie folgt nachgewiesen worden ist: „Der Begriff eines Rachegotts ist heidnisch und wird fälschlich dem Judentum vindiziert. Der Monotheismus, der nur den einzigen, den allgütigen Gott anerkennt, kann unmöglich die Rachsucht zu den Attributen Gottes zählen. In der ersten Hälfte des Bibelverses, aus dem der eigentliche biblische Rachegott konstruiert wurde, wird von Gott ausgesagt, er sei „barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Gnade und Treue, und bewahre Gnade in tausend Glieder und vergebe Missetat, Uebertretung und Sünde und— hier folgt der Schlußvers: — er ahnde die Sünden der Väter bis ins vierte Glied." (2. Mosis 34. 6.) Ein Gott, der gnädig und allgütig ist, kann nicht gleichzeitig rachsüchtig sein. Rachsucht schließt die Versöhnung aus; es kann demnach nur von einem Gott der Vergeltung die Rede sein; Vergeltung

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