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Im deutschen Reich · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. 260

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
K. P., Mainz
Date
1907-04-01
Page
260 (sequence 2)
Language
German
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260 Im deutschen Reich. forderungen zugegangen sind oder noch zugehen sollten, dringend Empfehlen, denselben Folge zu leisten. Wir dürfen uns durch Verfassungswidrige Zurücksetzungen nicht verärgern, nicht irre wachen lassen an unserer Liebe zum Vaterland. Dem Ruse des Vaterlandes ist stets Folge zu leisten, auch über die gesetzliche Verpflichtung hinaus. So haben unsere Vorfahren zur Zeit der Befreiungskriege gedacht, so müssen auch wir denken und handeln, trotz aller Zurücksetzungen! e-O Vermischtes. Politischer Boykott. In einem der „Köln. Ztg." aus Illingen (Regierungsbezirk Trier) zugegangenen Bericht wurde gemeldet: „In unserem 4000 Einwohner zählenden Ort besteht eine Anzahl nicht unbedeutender Geschäfte, die sich im Besitz von Israeliten befinden. Seit Jahren war das Verhältnis unserer zu 90 Proz. katholischen Bevölkerung zu diesen Geschäftsleuten das denkbar beste. Durch die Reichstagswähl ist es jedoch zerstört worden. Unser Ort gehört zum Wahlkreise St. Wendel-Ottweiler-Meisenheim, in dem sich bei der Reichstagswahl der Zentrumskandidat Marx und der Nationalliberale v. Schubert gegenüberstanden. Die Wahl endete mit der Niederlage des Zentrums. Es war leicht festzustellen, daß die israelitischen Geschäftsleute nicht für das Zentrum gestimmt haben konnten. (?) Nach der Hauptwahl setzte die Agitation gegen die israelitischen Geschäftsleute ein. Der Ausgang der Stichwahl brachte die Judenhetze zum Ausbruch. In der Nacht wurden in die Häuser Flugblätter geworfen, in denen es hieß, die Juden hätten gegen die Katholiken gestimmt, die ihnen das ganze Jahr hindurch ihren Verdienst zutrügen. Es folgte die Aufforderung, nichts mehr bei Juden zu kaufen. Der geschäftliche Boykott wird seit Wochen streng durchgeführt." In der „Frankfurter Ztg." wurde am 8. März mitgeteilt, der Dechant Hausen in Illingen habe zwar öffentlich erklärt, daß die katholische Geistlichkeit den Kundgebungen gegen die Juden sernstehe und sie mißbillige, aber der Unfug dauere fort, ohne daß der Herr Dechant durch ein energisches Wort an seine Jllinger das Aufhören des Skandals bewirkte. —Die katholische „Germania"

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