Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- F. S., Cöln
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 259 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 25konstatieren, daß der Jude weder den Katholiken haßt, noch ihm aus Berechnung schmeichelt, sondern ihm volle Sympathie entgegenbringt, wenn er im Juden den Menschen zu schätzen weiß- Von dieser Fähigkeit hat aber die Redaktion der »Rheinischen Volksstimme" noch wenige Proben abgelegt. H. L., Siegburg. In der kleinen Broschüre »Mein künftiger Beruf" Nr. 13 »Der Verwaltungsbeamte", C. Banges Verlag, Leipzig, ist allerdings die mit Verfaffung und Gesetz kaum übereinstimmende Behauptung enthalten: »Wer Jude oder naturalisierter Ausländer ist, kann nur mit ministerieller Genehmigung angenommen werden", aber wir halten diese Angabe für unzutreffend. Auf die an den Verleger gerichtete Bitte, die Adresse des Verfassers der kleinen Schrift mitzuteilen, damit dieser befragt werden könne, ob die in dieser enthaltenen Angaben auf amtliche Quellen zurückzuführen seien, hat C. Banges Verlag einen als Verfasser religionswissenschaftlicher Schriften bekannten Leipziger Gelehrten genannt, der sofort mit Entschiedenheit erklärt hat, daß die Broschüre »Mein künftiger Beruf" nicht von ihm stamme. Das spricht hinreichend für die Unglaubwürdigkeit der Angaben einer Schrift, deren Verfasser anscheinend absichtlich in Dunkelheit gehüllt wird. O. T., Frankfurt a. M. Einzelne Zentrumsmitglieder gefallen sich auch in antisemitischen Allüren. Am 1. März griff bei der Etatsberatung im Reichstage der zum Zentrum gehörende Abg. Schädler die Regierung und die Nationalliberalen heftig an und sprach dabei von der »orientalischen" Phantasie des Märchenerzählers Dernburg, was besonders bei den Nationalliberalen einen Sturm der Entrüstung wachrief. Derartige »Witze" sollte ein Zentrumsmitglied ruhig Herrn Liebermann von Sonnenberg überlassen. K. P., Mainz. In einem deutschen Bundesstaat ist an Juden, die längst nicht mehr landsturmpflichtig sind, eine Anfrage des Bezirkskommandos ergangen, ob sie im Falle einer Landsturmberufung in der Zeit vom 1. April 1907 bis 1. April 1908 sich als Offizier-Stellvertreter bezw. Militärbeamten- Bertreter freiwillig zur Verfügung stellen würden. Wir haben nicht erfahren, ob derartige Anfragen schon früher erfolgten oder in diesem Jahre zum ersten Male an Juden ergingen, die zwar s. Z. die Qualifikation bekamen, aber nicht ans Ziel gelangten; aber wir möchten Vereinsmitgliedern, denen solche Auf-