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Im deutschen Reich · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. 256

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
Wien
Date
1907-04-01
Page
256 (sequence 2)
Language
German
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256 Iw deutschen Reich schreitungen der Bauern in BoLuschani und BereZana. Letzterer Ort ist gänzlich verwüstet worden. Rasch requiriertes Militär gab Feuer und tötete fünf Bauern; neun Bauern wurden verwundet. m Petersburg, 16. März. Auf Veranlassung des ^Verbandes der echt russischen Leute" begann am 13. d. M. in Elisabethgrad eine Judenhetze, die aber durch den Polizeimeister v. Brinken in energischer Weise unterdrückt worden ist. In vielen Häusern und Läden sind die Fenster eingeschlagen, das Haus des Juden Rubin ist vollständig zerstört worden. Getötet wurden drei Juden, Finkel, Uchowski und ein Mädchen. Dem Abgeordneten der Stadt Odessa, Pergament, der den Minister Stolypin aufsuchte, erklärte dieser sofort: „Ich lasse nirgends und unter keinen Umständen einen Progrom zu; melden Sie das nach Jelissawetgrad." Tatsächlich legte sich dort die ausgebrochene Panik; es sind auch keine neuen Ausschreitungen mehr vorgekommen. Briefkasten der Redaktion. G. C., Berlin. Wenn eine jüdische Zeitung zur Fundgrube für die judenfeindliche Presse wird, dann kann man ein bekanntes Epigramm getrost dahin variieren: „Wenn deine Schrift den Freunden nicht gefällt, so ist dies schon ein böses Zeichen, doch wenn sie Dr. Oertels Lob erhält, dann ist es Zeit sie auszustreichen!" Sie fragen uns, ob das Verhalten der liberalen Parteien bei den verflossenen Reichstagswahlen es nicht doch vielleicht angezeigt sein lasse, das zu tun, was die antisemitische „Deutsche Zeitung" Friedrich Langes als „den vernünftigen Vorschlag einer Boykottierung der gesamten deutschen Politik durch die Juden" bezeichnet? Die nachstehende Schlußfolgerung des Antisemiten Di*. Lange gibt darüber hinreichende Aufklärung: „Wir können uns der Losung: „Gehn se raus aus der Politik!" nur durchaus anschließen. Wenn es dann noch in allem Ernst hieße: „Gehn se raus aus der Literatur" und „Gehn se raus aus es Geschäft", würden sich ungeahnte Perspektiven eröffnen." — Wollen Sie den Antisemiten den Gefallen tun?

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