Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 255 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 255 der deutsche Sprachunterricht weiterhin ausgedehnt und da, wo er noch nicht erteilt wird, aber ein Bedürfnis hierfür vorliegt, eingeführt werde. Das gilt besonders für die Allianceschulen in Marokko. Eine andere Forderung geht dahin, daß sür den deutschen Sprachunterricht geeignete Lehrkräfte nach dem Vorschlag des Präsidiums der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft angestellt werden und allmählich die Ausbildung eigener Allianceschullehrer in Deutschland bewirkt wird. Die satzungsmäßige Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden wird hier am 6. Oktober stattfinden. Unter starker Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung erfolgte am 12. März auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe das Begräbnis des Stadtverordneten HeinrichWiesloch. Im Aufträge der Stadtverordnetenversammlung widmete Justizrat Dt. Friedleben dem tüchtigen Kollegen Worte herzlicher Anerkennung. Sodannsprachen noch Stadtverordneter Wedel iw Namen des Demokratischen Vereins, Sanitätsrat Maretzki für die Großloge Bne Briß, für die Frankfurt-Loge Direktor Dt. Adler, sowie Vertreter mehrerer anderer wohltätiger Vereine. Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wird das Andenken seines langjährigen treuen Mitgliedes Heinrich Wiesloch stets in Ehren halten. < Hamburg, 10. März. Bei den diesmaligen Wahlen zur teilweisen Erneuerung der Hamburger Bürgerschaft ist ein einziges Mitglied der fogenannten „Wirtschaftlichen Vereinigung^, der Buchhändler Justus Pathe gewählt worden, der außerdem die Versicherung abgab, dem Antisemitismus abhold zu sein. Die Antisemiten hofften durch das neue Wahlgesetz mindestens sechs Vertreter in die Bürgerschaft zu entsenden, aber selbst ihre Hauptführer Friedrich Raab und Wilhelm Schack sind trotz eifriger Agitation unterlegen. Wien, 20. März. Die von russischen Agitatoren veranlaßten Bauernunruhen iw nördlichen Rumänien haben bereits Zu schweren Gewalttaten gegen die Juden geführt und nehmen trotz des militärischen Einschreitens immer furchtbarere Dimensionen an. Der Jassp-Dorohober Bezirk ist in Hellem Aufruhr. Das Städtchen Baludani ist in Flammen ausgegangen. Handel und Verkehr stocken. Hunderte jüdischer Familien flüchten über die österreichische Grenze. In Czernowitz eingetroffene jüdische Flüchtlinge aus Rumänien berichten über neue Aus-