Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Rawitsch
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 253 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 258 jeden Polen sein. Diesen Spruch wüßte ein jeder Pole über seiner Tür anbringen, seiner Frau wüßte ein jeder Pole einen Zettel mit diesem Losungswort auf den Rücken kleben, wenn sie in die Stadt gehe. Wenn die Frauen Waren von Andersgläubigen nach Hause bringen, sollten die Männer diese Waren hinauswerfen. Weshalb bereichern sich denn alle Juden? Weil sie es „verstehen". Ich will nicht zuw Boykott auffordern, nicht Rassenhaß gegen die Deutschen predigen, sondern dew Volke nur dartun, daß es sich verteidigen müsse. „Gebet mir die Versicherung, daß Ihr alle fortan nur bei unseren Landsleuten kaufen werdet/' — Die Versammelten riefen begeistert: „Wir versprechen das!" — „Ich werde nun bestimmt wissen, wer fortan bei Fremden kaufen wird: denn nun habe ich auch Spione, ich habe die „Straz"! Wenn Ihr seht, daß ein Pole zu einem Andersgläubigen geht, so zeiget mit dem Finger auf ihn! Wozu sollen die Polen z. B. ihr Bier bei „Fremden" trinken? Gibt es doch genug polnische Kneipen! Nächstens werden die Versammelten ein Verzeichnis aller polnischen Geschäfte erhalten! Zu tadeln ist es, daß wenn ein Pole einmal wohlhabender wird, er von seinen Landsleuten sofort beneidet wird. Wenn dagegen ein Jude oder Kommerzienrat nach Berlin fährt, so beneidet ihn darum niemand! Die Lage der Polen ist sehr bedrängt und schmerzlich. Sie müssen endlich aufhören, mit der Regierung und allen andern zu kokettieren, nur auf sich allein müßten sie sich verlassen! Möge Deutschland mit England und Frankreich sich abgeben, mit dem Auslande; da hat es genug zu tun." — Jeder Kommentar ist hier überflüssig, denn wer den Eindruck kennt, den solche Reden geistlicher Herren auf die polnischen Landleute machen, wird sicher nicht verkennen, wie schwer die Juden für eine politische Gesinnung zu büßen haben, die dort, wo sie vernünftigerweise Anerkennung finden müßte, nahezu unbeachtet bleibt. Der gaudens ist dabei der fanatische Pole, denn er erwirbt stets für einen Spottpreis die verlassene Scholle, wenn der deutschgesinnte Jude den Staub von den Füßen schüttelt. X Bochum, 17. Februar. Unter Leitung des Herrn Rabbiners Br. David, fand hier heute eine Central-Vereins- Versawmlung statt, in der das Mitglied des Central-Dorstandes, Herr Rechtsanwalt Br. H erzfeld aus Essen einen Vortrag über „Deutschtum und Judentum" hielt. In lichtvollen.