Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Lissa
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 252 (sequence 2)
- Language
- German
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252 Im deutschen Reich. ordnung. Nach Eröffnung der Debatte dankte Herr Rechtsanwalt Dr. Wolff für den interessanten Bericht und bemerkte, daß auch er es für äußerst wichtig halte, Vereinen und sonstigen Gemeinschaften beizutreten und in diesen durch geeignetes Verhalten aus Milderung der Gegensätze hinzuarbeiten. Er erörterte dann die Frage, wie künftig Zu verfahren sei, wenn in der Reichstagswahl sich Antisemit und Sozialdemokrat gegenüberstehen. Nachdem sich der Vorsitzende auch hierzu geäußert hatte, erbat ein Mitglied der Ortsgruppe Auskunft darüber, worin der Unterschied zwischen dem Central-Vereine und dem Abwehrverein bestehe. Die gewünschte Auskunft wurde bereitwilligst erteilt und dann die Sitzung geschlossen. in Rawitsch, 10. März. Wenn die Provinz Posen durch die Abwanderung der Juden wehr und mehr den Polen anheimfällt, istdiesdembisherigenVerwaltungssystem Zuzuschreiben. Dies hat zur Folge, daß die in der Provinz wohnhaften christlichen Deutschen ihre jüdischen Mitbürger als nicht Zu sich gehörig betrachten, die letzteren aber für ihre verkannte gutdeutsche Gesinnung dadurch büßen müssen, daß sie von den Polen boykottiert werden. In welcher Weise dies geschieht, erhellt aus dem Bericht des Polizeiasseffors Augustini über eine am 10. Febr. d. I. in Rogasen abgehaltene „Straz" - Versammlung. Nach diesem Bericht hat in jener Versammlung der polnische Licentiat Jaworski aus Posen u. a. gesagt: Zu ihrer Verteidigung brauchen die Polen GeldI Wieviel polnisches Geld wird aber noch zu den Juden getragen! Ich habe in polnischen Häusern überall Kalender gesehen, welche nicht von Landsleuten stammen, jüdische Bilder; beinahe die ganze Parochie kaust leider bei Juden! Sind denn die Juden die Freunde der Polen? Bei den Wahlen hätten Sie sehen können, wie diese sich verhalten haben! Selbst Gebetbücher werden bei Juden gekauft! Wie danken die Juden den Polen dafür? Ein Beweis dafür bietet die Umtaufung des altpolnischen „Jnowrazlaw" in „Hohensalza"! Dafür, daß sich die Jnowrazlawer Juden an dem polnischen Adel und dem polnischen Arbeiter bereichert haben, haben sie „Jnowrazlaw" in „Hohensalza" umgetaust. Jetzt leben sie von dem polnischen Gelds in Berlin! Pflicht des polnischen Volkes ist es, fortan nur bei Landsleuten zu kaufen, sonst begeht man eine Sünde an der Nation! „Swoj do swego!“ — „ein Jeder zu den Seinigen" — muß das Losungswort eines