Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Landsberg a. W.
- Date
- 1907-04-01
- Page
- 250 (sequence 1)
- Language
- German
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250 IM deutschen Reich. X Landsberg a. 3B., 6. März. Nach langem schwerem Leiden ist hier heute ein langjähriges treues Vereinsmitglied, der Oberlehrer am. Königlichen Gymnasium zu Meseritz, Professor Dr. Albert Pick, verschieden. Des Verstorbenen, der sich auch auf wissenschaftlichem Gebiet eifrig betätigt hat, wird in unseren Kreisen stets ehrend gedacht werden. ± Oppeln, 15. März. In der gestrigen Versammlung der hiesigen Central-Vereins-Ortsgruppe berichtete der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Saling er, über den Verlaus der Delegierten-Versammlung, der er am 21. Februar beigewohnt hatte. Nach Eröffnung der Diskussion stellte der Vorsitzende die Frage, wie sich die Ortsgruppe infolge der gefaßten Resolutionen zu betätigen habe. Die Debatte war eine ungemein lebhafte. Bezüglich der „Organisationsfragen" wurde beschlossen, daß jeder einzelne in den Kreisen der kaufmännischen Jugend Zu wirken suche, der Gruppenvorstand aber Werbelisten versenden solle. Von Zeit zu Zeit sollen außerdem in den benachbarten kleinen Gemeinden Versammlungen veranstaltet werden. Wegen der Reichstagswahlen wurde zunächst von einer Beschlußfassung abgesehen; die dem hiesigen „Patriotischen Verein" angehörenden Mitglieder sollten aber in demselben bleiben. Der Vorschlag der Versendung von Schriften an christliche Mitbürger wurde mit allseitiger Befriedigung ausgenommen; man war darin einig, daß jeder Jude Veranlassung nehmen müsse, wo sich irgend dazu Gelegenheit biete, seine christlichen Mitbürger von Vorurteilen und falschen Anschauungen zu befreien, die selbst in akademischen Kreisen mitunter vorhanden sind. Die Mitteilung des Herrn Rabbiner Dr. Bäck, er sei von einem akademisch gebildeten Christen befragt worden, ob er seine Predigten in hebräischerSprache halte, bot dafür einen charakteristischen Beweis. BeuLhen, 20. März. Die „Oberschlesische Grenzzeitung" berichtet: „In kurzer Zeit jährt sich ein Ereignis, das seiner Zeit außerordentliches Aufsehen erregte; wir meinen den Leichensund auf dem Heumarkte. Spielende Kinder entdeckten am 3. April vorigen Jahres einen in einen Sack eingenähten männlichen Oberkörper; wenige Stunden später wurden in der Nähe des Fundortes die fehlenden Gliedmaßen und der total zertrümmerte Kopf des Toten gefunden. Trotz der fieberhaften Arbeit der Kriminalpolizei, trotz der ausgesetzten hohen Be-