Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- S. L., Görlitz
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 191 (sequence 1)
- Language
- German
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Bücherschau. 191 S. £., Görlitz. Eine Agitation des Flottenvereins Zu Gunsten der Antisemiten ist in keiner Weise nachweisbar, vielmehr glauben sich die sächsischen Antisemiten über das Gegenteil beklagen zu dürfen. In einem der im „Bayerischen Kurier" veröffentlichten Briese erteilte Generalmajor Keim am 15. Januar d. Js. dem General v. Liebert, der im 16. Reichstagswahlkreise gegen den Reformer Curt Fritzsche kandidierte, die Zusicherung: „Es ist von hier aus alles geschehen, auch von Seiten der Reichskanzlei, um Ihnen die unbequeme Konkurrenz vom Halse zu schaffen." In der Zimmermannschen Zeitschrift „Deutsche Reform" verlangen nun die sächsischen Antisemiten, die in der Stichwahl für den General v. Liebert aufgetreten sind, Aufklärung über nachstehende Fragen: „1. Ist es wahr, daß „von oben her", daß auch „von Seite der Reichskanzlei" in den Wahlkampf zu Gunsten des Generals v. Liebert gegen einen anderen nationalen Kandidaten eingegriffen worden ist? 2. Ist die sächsische Regierung hieran direkt oder indirekt beteiligt? Oder sind die Eingriffe nur von Berlin her erfolgt?" — „Unbequem" dürften die Antisemiten noch öfter den Konservativen werden; derartige Schutztruppen schafft man sich eben nicht so leicht „vom Halse!" B. E., Hamburg. Das von den „Deutsch-Sozialen Blättern" am 2. Februar d. I. veröffentlichte Gedicht Max Bewers „Des Kaisers Feind" ist ein antisemitischer „Ladenhüter", den er bei Gelegenheit der Reichstagswahlen wieder an den Mann zu bringen wußte. Mcherschau. „Auf dem Wege der Freiheit zur Gleichheit und Brüderlichkeit." Eine historisch-jüdische Betrachtung von vr. Alfred Goldschmidt in Breslau, Verlag der Koebnerschen Buchhandlung (Inh. Varasch L Riesenfeld). Breslau1906. In dankenswerter Weise hat es der Verfasser unternommen, durch eine kurze geschichtliche Betrachtung den Nachweis zu liefern, daß die mannigfachen Versuche, der Maffe der Juden den Stempel der Minderwertigkeit aufzudrücken, jeder Berechtigung entbehren. Er zeigt dabei, wie weder die jüdische Vergangenheit noch die Gegenwart einen Anlaß zu fremder