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Im deutschen Reich · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. 190

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
O. G., Berlin
Date
1907-03-01
Page
190 (sequence 2)
Language
German
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190 Im deutschen Reich. fleckt hat, daß er ihm doch wohl bekannte „christliche" Kollegen der liberalen Presse Zu „Juden" machte. Er schreibt am 14. Februar: „Wir haben die Kritik des „Berliner Tageblattes" nur niedriger gehängt, uw wieder einmal an einem besonders bezeichnenden Beispiele zu zeigen, wie die jüdische Auffassung von der christlich-germanischen trotz aller Verschmelzungsversuche abweicht und abweichen muß. Die jüdische Presse würde aber gut daran tun, auf die Erörterung christlicher Angelegenheiten zu verzichten, „dieweil sie diese nichts angehen". Ob die Taufe frühere Juden berechtigt, christliche Fragen zu erörtern, darauf verzichtet die „jüdische Presse", die diese Bezeichnung mit Recht verdient, sicher sich zu äußern. Ebensowenig wird sie sich für Versuche begeistern, die auf eine Verschmelzung mit derjenigen Auffassung abzielen, die Herrn Dr. Oertel als „christlich-germanisch" gelten. Das Christentum, das wir hoch achten, hat weit weniger von dem heidnischen Germanentum als von dem Judentum an sich und hält sich an den Satz: Ex Oriente lux! Th. M., Berlin. Was der im „General-Anzeiger" abgedruckte Artikel der „Welt" über unser Verhalten bei den Reichstagswahlen gesagt hat, war wirklich nicht zu einer ernsten Widerlegung geeignet. Geradezu drollig ist die Behauptung, daß der Verein nicht einmal den Mut habe, „seine Mitglieder Zum Kampfe gegen getaufte Freisinnsjuden aufzufordern", und die Versicherung dieses „Weltmannes", daß es ihm nun klar werde, „wie weit bei solchem Mangel an Mannhaftigkeit der Verein von positivem Selbstbewußtsein entfernt ist". Woraus entnimmt denn dieser Geistesheld mit der weltmännischen Tournüre, daß es uns „an Mut fehlt, gegen getaufte Freisinnsjuden" vorzugehen? Er weiß offenbar in seiner Unschuld nicht, daß wir mit den antisemitischen Gegnern zu viel zu schaffen haben, um uns um seine „getauften Juden" Zu kümmern. Was würde er denn tun, wenn Central-Verein und Verband, nie er es wünscht, das Feld räumen und ihm den politischeu Schauplatz überlassen würden? Vielleicht lüftet er das Visier und sagt uns, was er selbst für das Judentum schon getan hat, wie er die Schaffung eines jüdischen Zentrums bewirken und die daraus erwachsenden Nachteile verhüten will. Wir wollen von diesem „Politikus" gern lernen, wenn er erst Besseres zu bieten vermag, als „volltönende Phrasen" der Verhetzung!

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