Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Frankfurt a. Main
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 188 (sequence 2)
- Language
- German
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188 Im deutschen Reich. reicher Wohltätigkeitsanstalten und hat bis ans Lebensende der Erziehung verwaister Kinder seine eifrige Fürsorge gewidmet. ----- Chemnitz, 11. Februar. Von dem hiesigen Tierschutz;) ereine, dessen Vertreter, Lehrer Stein, aus dem Nürnberger Verbandstage gegen den Antrag auf Schächtoerbote gestimmt hat, ist in seiner letzten Generalversammlung nachstehender Antrag einstimmig angenommen worden: „Der Chemnitzer Tierschutzverein hält das Schächten nicht für inhumaner, als jede andere Schlachtmethode, und stellt sich deshalb voll und ganz auf den Standpunkt seines Vertreters auf dem diesjährigen Verbandstage." < Nürnberg, 15. Februar. Im kräftigsten Mannesalter ist hier nach gesegneter 25jähriger Amtierung als Rabbiner der hiesigenKultusgemeinde vr. Ziemlich dahingeschieden, dem auch unsere Vereinssache eine wesentliche Förderung verdankt. In Mähren geboren, bezog er nach beendigter Gymnasialzeit das Rabbiner-Seminar in Breslau, wo er ein Liebling Zacharias Frankels war. Gleichzeitig besuchte er die Universität in Breslau, studierte später in Berlin und erhielt dann einen Ruf als Hilfsrabbiner an die Kultusgemeinde München, wo er vier Jahre amtierte. Ende Juni 1881 leistete er einem Ruf an die Kultusgemeinde Nürnberg Folge, die sein frühes Hinscheiden tief betrauert. Tausende von Leidtragenden aller Glaubensbekenntnisse haben dem Verblichenen die letzte Ehre erwiesen. Es waren Abordnungen des Magistrats, der katholischen und protestantischen Geistlichkeit, der Mittelschulen, der Rabbiner Bayerns und vieler bayerischen Kultusgemeinden anwesend. Die Grabrede hielt der Schwager des Verstorbenen, Rabbiner Dr. Eckstein-Bamberg. X Ludwigshafen a. Rh., 12. Februar. Am 30. Januar hielt hier im „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" Herr Josef Koburger, Mathematiker bei der Versicherungsgesellschaft „Atlas" in Ludwigshasen, einen Vortrag über „Die Emanzipation der Juden in Bayern." Redner schilderte die traurige Lage der deutschen Juden im Mittelalter, pries die jüdischen Vorkämpfer der Emanzipation und betonte, daß theoretisch, aus dem Papiere, die Emanzipation erreicht sei, daß wir aber in Wirklichkeit von ihr weit entfernt seien. Die versagte Gleichstellung habe wenigstens das eine Gute, daß die Juden sich Wiederaus sich selbst besänne^ und sich das Interesse am Judentum aufs neue belebe. In Norddeutschland habe man die Notwendigkeit