Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Glogau
- Date
- 1907-03-01
- Page
- 187 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 187 betten nicht, die der letzten konservativen Versammlung im Tschammerhos beigewohnt haben. Denn dort riefen Herren des BeamLenstandes, sämtlich Herren, die genau gekannt sind und eventuell mit Namen genannt werden können, als sich freisinnige Redner zum Wort meldeten, mehrmals „Juden rausX Also die Nähe von Klein-Tschirne hat selbst hier unter den gebildeten Ständen verderblich gewirkt! Der Ton und die Art des Wahlberichtes in der „Neuen Riederschlesischen Zeitung" stellt nichts anderes dar, als die Fortsetzung des Gebarens in der konservativen Versammlung am Vorabend der Wahl." Daran schließt sich die Aufforderung an die inserierenden Kausleute, die „Neue Niederschlesische Zeitung" zum Zwecke der Reklame zu meiden. X Posen, IX Februar. Der Redakteur des polnischen Antisemitenblattes „PostopX Johann Trocha, gegen den vor der hiesigen Strafkammer in fünf Anklagefällen verhandelt worden ist, wurde im ersten Falle wegen Vergehens gegen § 110 und § 130 des Strafgesetzbuches, Aufreizung zum Klassenhaß, zu 3 Monaten Gefängnis und 180 Mk. Geldstrafe verurteilt. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurde Trocha wegen Verletzung des § 110 im zweiten Falle zu sechs Wochen Gefängnis, im dritten Falle zu 250 Mk. Geldstrafe und im vierten Falle zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt. Im fünften Falle erfolgte Freisprechung. Demnach ist Trocha im ganzen zu630Mk. Geldstrafe und dreiMonaten und sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. < Frankfurt a. Main, 10 Februar. In der Nacht zum 9. d. M. entschlief hier im 79. Lebensjahre ein hochgeschätztes Mitglied unseres Vereins, der emeritierte Direktor des Philantropins Prof.lIr.pll.H ermann Baerwald. DerDähingeschiedene gehörte zu den ersten Juden, die sich in Preußen dem öffentlichen Schuldienst gewidmet haben. Baerwald verfaßte wertvolle historische Abhandlungen, von denen eine von der Wiener Akademie der Wissenschaften mit der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft belohnt wurde. Baerwald wurde 1858 in der jüdischen Gemeinde Berlin als Religionslehrer angestellt und 10 Jahre später zur Leitung des Philantropins nach Frankfurt a. M. berufen, wo er in dieser Stelle bis zum Jahre 1900 einen segensreichen Einfluß auf die ihm anvertraute Jugend ausübte. Er betätigte sich auch in der Begründung und Leitung zahl-