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Im deutschen Reich · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. 186

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Kattowitz
Date
1907-03-01
Page
186 (sequence 2)
Language
German
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186 Iw deutschen Reich. wurden. — Nachdem der Vorsitzende dem Redner gedankt und Herr Rabbiner Dr. Cohn warm zum Beitritt in den Verem aufgefordert hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Ueber 60 neue Mitglieder traten dem Central-Verein bei, und ebensoviele dürsten noch schriftlich ihren Beitritt erklären, ein Erfolg, mit dem die Ortsgruppe KaLLowitz recht zufrieden sein kann. X Oppelu, 17. Februar. Die heute abgehaltene Versammlung der neugegründeten Ortsgruppe Oppeln war von etwa 100—120 Personen besucht. Nach einer kurzen geschäftlichen Mitteilung ging der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Solinger, zu dem von ihm angekündigten Vorträge über, dessen Thema lautete: „Der Polnaer RitualwordproZeß in kriminal-psychologischer Beleuchtung." Ausgehend davon, daß der Prozeß noch heute aktuelles Interesse erfordere, gab der Vortragende einen kurzen Ueberblick über die Geschichte jenes Prozesses und knüpfte daran die Frage, wie es möglich sei, daß eine Verurteilung wegen Ritualmordes erfolgen konnte. Diese Frage sei nur durch die Lehren der Kriminalpsychologie Zu erklären, deren Wesen kurz beleuchtet wurde. Der Vortragende schilderte dann, wie auf die Bevölkerung von Polna durch die Presse, das Parlament und die Geistlichkeit eingewirkt wurde, so daß auf diese Weise bezüglich der einzelnen Teilnehmer an jenem Prozeßverfahren — Angeklagter, Staatsanwalt, Richter, Geschworene, Zeugen, Sachverständige — seelische Wirkungen ausgelöst wurden, die unmöglich ein objektives, gerechtes Urteil zeitigen konnten. Der Vortrag klang in die hoffnungsvollen Worte aus, daß es den Bemühungen von Nußbaum, Burghardt u. a. schließlich gelingen werde, eine Wiederaufnahme des Prozesses durchzusetzen. Reicher Beifall der Zuhörer, welche den etwa einstündigen Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit gefolgt waren, lohnte den Vortragenden. — Glogau, 13. Februar. Im „Niederschlesischen Anzeiger" ist ein mit der Unterschrift „Mehrere Kaufleute" versehenes „Eingesandt" veröffentlicht worden, in dem es heißt: „In der Nr. 32 der „Neuen Niederschlesischen Zeitung", gibt dieselbe bei der Besprechung des Stichwahlergebnisses, ihrem Aerger über das Resultat derselben dahin Ausdruck, daß sie, wie bereits gestern in dem „Eingesandt bemerkt wurde, vom „Großkapital" und von „Fremdlingen" spricht. Was diese Ausdrücke bedeuten resp. bedeuten sollen, dürfte niemandem unklar sein, besonders

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