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Im deutschen Reich · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. 150

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Deutsche Studenten jüdischen Glaubens
Date
1907-03-01
Page
150 (sequence 4)
Language
German
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150 3m deutschen Reich. außerhalb der Universität liegen, erhalten die Gegner moralische und materielle Unterstützung/' Wenn man doch hierin dem Bei" spiele unserer Feinde folgen wollte! Ein starker K. C. ist die beste Gewähr für einen machtvollen Central-Verein. Man fördere deshalb die unverzagte Arbeit der deutschen Studenten jüdischen Glaubens, fördere sie in ihrem Kampfe gegen den Antisemitismus, der Hader und Zank in unser Volksleben trägt, der die nationale Entwicklung auf das schwerste hemmt. Jeder wahrhaft deutsch gesinnte Jude hat ein Interesse hieran! Gustav Levy (Licariae, Spreviae). sji LeöenserirmerrmgeK an Worih Lazarus. Von Justizrat Dr. Fuld-Mainz. Zahl der Gelehrten, welche im Laufe des 19. Jahr- Hunderts eine neue Wissenschaft begründet haben, ist nicht allzu groß; man reicht bequem mit den Fingern der beiden Hände bei ihrer Zusammenfassung aus. Eine hervorragende Stellung beansprucht in ihrer Reihe Moritz Lazarus, der Begründer der Völkerpsychologie, der feinsinnige Philosoph und Psycholog, dessen Verdienste um die Förderung der psychologischen Wissenschaften im weitesten Sinne während seines Lebens vielleicht nicht immer allenthalben in der gebührenden Weise geschätzt wurden. Er war keine trockene Gelehrtennatur, der Verfasser des „Lebens der Seele," der Meister der Rhetorik, der sich etwa gegen die übrigen Wissensgebiete, gegen die Welt der Kunst abgeschlossen hätte, er sah nicht mit der vornehm sein sollenden Unnahbarkeit so mancher Philosophen auf die schöne Literatur herab, er hielt sich auch nicht dem warmen, pulsierenden Leben fern, nein, er nahm den regsten Anteil an ihm, kein Gebiet menschlichen Wissens und menschlicher Geiftesbetätigung lag seinen Interessen fern, er schätzte die Kunst und die Poesie in allen ihren Formen, und niemand hat über die Bedeutung der Psychologie für die Verkörperung künstlerischer Konzeptionen in den verschiedensten Formen tiefere und schönere Gedanken in formvollendeter Weife ausgesprochen als Lazarus.

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