Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- O. R., Magdeburg
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 131 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 131 sichten, (da ich fast ausschließlich mit Behörden arbeite) Ihr Angebot abschlagen zu müssen. Hochachtungsvoll gez. G. Fuhrmann/ Ob „konfessionelle Rücksichten" bei der Firma Fuhrmann auch auftauchen, wenn es sich um die Lieferung von Geldschränken an Mische Firmen handelt? L. A., Bonn. Dem liberalen Bürgervereine in Bonn gehören unseres Wissens Zahlreiche jüdische Bürger an. Es läßt sich deshalb annehmen, daß von diesen eine ganze Anzahl der am 6. d. M. dort stattgehabten liberalen Wählervers ammlung beigewohnt haben, in der der Leiter der Versammlung, General v. Trotha, durch die witzig sein sollende Bemerkung, Bebel sein kein Robespierre und „Singerleben" kein Marat, wohl weniger die Sozialdemokraten als die anwesenden liberalen Juden verletzt hat. In der Zeit, in der so viele politische Versammlungen stattfinden, können wir unseren Freunden nur empfehlen, ähnliche Aeußerungen sofort ruhig und sachlich mit dem Hinweis darauf zurückzuweisen, daß von denen, die unsere Stimmen wollen, auch der Schein des Antisemitismus, den „antisemitische Mätzchen" jederzeit erwecken, vermieden werden muß. M. W., Zerkow (Posen). Wie Sie uns mitteilen, hat der Inhaber eines dortigen Geschäfts der Redaktion des polnischen Antisemitenblattes „PostQp“ ein Inserat mit der Bitte gesandt, dasselbe ins Polnische zu übersetzen und zu veröffentlichen, und darauf die Antwort erhalten: „Auf Ihr Geehrtes die ergebene Anfrage, ob die fragliche Firma eine deutsche oder eine mosaische ist, da wir mosaische Annoncen prinzipiell nicht annehmen/ In dem Punkte der albernen Entgegenstellung von deutsch und mosaisch sind die Vertreter der deutschen Antisemitenpresse genau so vorurteilsvoll wie der polnische Redakteur, aber minder charakterfest, indem sie nicht nutz gutbezahlte jüdische Inserate nicht zurückweisen, sondern zu erlangen suchen, leider zuweilen mit Erfolg.