Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- P. G., Berlin
- Date
- 1907-02-01
- Page
- 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Iw deutschen Reich. wurde, sofort seine Stellung ausgegeben/ Diese gewundene Erklärung ändert an der Tatsache nichts, daß einem jüdischen Beamten der betreffenden Gesellschaft, der infolge des Todes seiner Mutter im Trauerjahre besonders Bedenken trug, religiöse Pflichten zu verletzen, der erbetene Urlaub für das Versöhnungsfest in schroffer Weise abgeschlagen wurde, und daß dieser Akt religiöser Beschränkung bei einer Gesellschaft erfolgte, an der ein Jude beteiligt ist. Daß derselbe intolerante Grundsatz auch den Katholiken gegenüber in diesem Geschäfte Geltung hat, kommt für uns dabei nicht in Betracht, da wir den Katholiken die Wahrung ihrer Rechte selbst überlassen müssen. Wegen des dem Braß gemachten Gehaltsabzuges für 272 Tage ist es im Termine vor Dem Kaufmannsgerichte zu einem Vergleich dahin gekommen, daß Herr Raebel noch vor der Urteilsfällung zahlte. Der die Verhandlung leitende Richter hatte erklärt, daß nach verschiedenen Entscheidungen der Chef verpflichtet sei, seinen Angestellten, welchen Glaubens sie seien, an hohen Feiertagen Urlaub zu gewähren. D» S., Berlin, lleber die studierenden Frauen an der Berliner Universität wird eine genaue Statistik geführt. In dem Wintersemester 1906 gehörten von den hier studierenden 873 Frauen 175 dem jüdischen Bekenntnisse an. Es ist dies ein hoher Prozentsatz, der von dem Bildungsdrang jüdischer Frauen ein deutliches Zeugnis ablegt. Frau I. I. 9R., Berlin. Wenn Sie den Wunsch hegen, sich jüdischen Wohltätigkeitsbestrebungen zu widmen, so wenden Sie sich an die Vorsitzenden des „Verbandes für jüdische Wohltat! gkei Ls pflege^, an Herrn JustizraL Breslauer, Berlin, Kaiser Wilhelmstr. 3 oder an Herrn Dr. naed. Wilhelm Feilchenseld, Charlottenburg, Berliner Straße 132. O. R., Magdeburg. Mit welchen Schwierigkeiten jüdische Techniker, die eine Stellung suchen, zu kämpfen haben, ist uns bekannt. Vor einiger Zeit kam uns B. eine Zuschrift zu Gesicht, die einem jüdischen Maschinenrechniker zugegangen war, als er sein Engagement bei einer hiesigen Firma schon nahezu perfekt glaubte. Sie lautete: Berlin 80., den 22. II. 06. Köpenicker Straße 116. „In Beantwortung Ihres werten Schreibens mm 17. v. Mts. bedauere ich sehr, aus konfessionellen Rück-