Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Was muß jeder Kaufmann und Handlungsgehilfe vom deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband (D. H.-V.) wissen?
- Date
- 1907-01-01
- Page
- 35 (sequence 2)
- Language
- German
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Was muß jeder Kaufmann vom D. H.-V. wissen? 35 Mitgliederzahl für ihren Verband und ihre Kasse, zu gelangen. Bald leugnen sie ihre Judenfeindschast mit eherner Stirne, bald stellen sie, wenn sie in die Wahlkreise antisemitischer Abgeordneter dringen, sich als die bewährten Vorkämpfer dieser politischen Richtung hin. Wo sie nur immer austreten, fallen sie aber durch den gehässigen und überhebenden Ton auf, den sie gegen ihre in andern Verbänden organisierten Standesgenossen, gegen jede Mitarbeit des weiblichen Geschlechts im Handelsgewerbe und gegen die gesamte Prinzipalität, oft genug auch gegen angesehene Personen, Körperschaften und Behörden anschlagen. Daher erhalten wir fortlaufend aus dem ganzen Reiche Anfragen über die Geschichte, den Erfolg und die Natur dieses gemeingefährlichen Verbandes, der den sozialen Frieden stets stört, wo er nur an die Oeffentlichkeit tritt, und den religiösen Frieden da, wo er es ohne Gefährdung seiner Erfolge Lun Zu können glaubt. Wir wollen hier die Tatsachen sprechen lassen, die wir in allerletzter Zeit über den Verband gesammelt haben, nachdem wir zuletzt im Dezemberheft 1904 unserer Zeitschrift „Im Deutschen Reiche über Leben und Taten dieser unserer Feinde ausführlich berichtet haben. Zur allgemeinen Charakteristik diene, daß der Leiter des D. H.-V., der antisemitische Abgeordnete Schack, iw Sommer 1906 mit agrarischer Hilfe im Wahlkreise Eisenach gewählt, die Fäden der Agitation in Händen hält, treu unterstützt von den wenigen Parteigenossen, die seine „Partei"" im Reichstage zählt, den antisemitischen Agrariern Liebermann von Sonnenberg und Raab, aber auch in rührender Eintracht mit den „Reformern" Bruhn, Böckler und ähnlichen Vertretern des großstädtischen Radau- und Geschäfts-Antisemitismus. Bei dem 1. Brandenburgischen Handlungsgehilfentag, der am 14. Oktober 1906 in Berlin tagte, waren auf Einladung des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes, folgende Ehrengäste erschienen: Vertreter der Deutschen Mittelstandsvereinigung, des Volksbundes, des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, des Deutschen Antisemiten-Bundes, des Deutsch-sozialen Wahlvereins, des „Alldeutschen Verbandes", verschiedene Parlamentarier, wie die Herren Major Stcosser, Schack, Bruhn, Hammer u. a. Von der Presse waren nur die beiden Organe des ehemaligen Hospredigers