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Im deutschen Reich · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. 15

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Die russische Revolution und die russischen Juden
Date
1907-01-01
Page
15 (sequence 12)
Language
German
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Die russische Revolution und die russischen Juden. 15 ist. In Deutschland entfällt auf 36 899 Personen eine Konsumgenossenschaft, in Rußland auf 169 781 Personen, und in Deutschland bereits auf 4800 Personen eine Kreditgenossenschaft, in Rußland auf 172 700 Köpfe. (Bewegung!) Wie kann es anders sein, nachdem Alexander III. einen Freibrief für die Verdummung der Bevölkerung ausgestellt hat?! Die Wirkung dieser Prinzipien kommt natürlich in der Entwicklung des Schulwesens am stärksten Zum Ausdruck. Es gab im Jahre 1897 95 073 Schulen. Es ist freilich die oppositionelle Partei gewesen, die das Nachfolgende ausgerechnet hat, aber ich zweifle doch nicht daran, daß die Zahl richtig ist. Man behauptet, daß im Jahre 1903 nur noch 84 504 Schulen vorhanden gewesen sind, d. h., es ist kein Fortschritt zu verzeichnen gewesen, während alle anderen europäischen Länder die größten Anstrengungen machen, um die Intelligenz ihrer Bevölkerung zu heben. In Rußland hat man gemäß den Prinzipien, die auf dem Deljanofschen Reskripte mit kaiserlicher Hand verzeichnet sind, weiter gehandelt, und die Schulen scheinen um fast 11000 zurückgegangen zu sein. Aber wenn auch diese Zahlen nicht völlig richtig sein sollten, eins steht fest, und das wird auch von der zarischen Regierung wohl zugegeben, nämlich, daß unter 29 Russen nur ein einziger Schulunterricht genießt, d. h. von 29 Menschen sind in Rußland immer 28 Analphabeten. Sie stehen auf einer Srufe, die wir seit IV2 Jahrhunderten in Europa systematisch zu überwinden versuchen. Und nun noch ein paar charakteristische Zahlen — es werden säst zu viele, aber wie interessant sind sie! Auf den Kopf werden in Rußland für den Schulunterricht des Volkes 37,6 Kopeken ausgegeben. Davon zahlt der Staat 7,8 Kopeken. Wenn man nun die Summen, die der Staat überhaupt ausgibt, in Vergleich zieht zu denen, welche er für den Schulunterricht aufwendet, so stellt sich heraus, daß der russische Staat 0^66 % seiner Aufwendungen für den Schulunterricht ausgibt. (Lebhaftes hört, hört! und Bewegung!) Sie sehen, meine Damen und Herren, es ist in der Tat ein Reich, in dem noch die Macht der Finsternis herrscht. Wenn Sie sich vergegenwärtigen, was ich mir erlaubt habe, Ihnen zu schildern in Bezug auf die Verarmung des Bauernstandes, dieser großen Masse der russischen Bevölkerung, in Bezug auf die Verdummung, die, wenn sie nicht fortschreitet, mindestens doch stationär ist, so muß sich eine allmähliche

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