Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Barmen
- Date
- 1906-12-01
- Page
- 728 (sequence 2)
- Language
- German
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728 Iw deutschen Reich. Dr. med. Apfel 1. Schriftführer, I. Jacobsohn 2. Schriftführer und Bankier Moritz Meyer Kassierer. x Elberfeld, 18. November. Die hiesige Ortsgruppe des Central-Vereins har sich wie folgt konstituiert: Stadtverordneter Max Simon, Vorsitzender, Albert Weyl, Stellvertreter, Rechtsanwalt Dr. Feist, Schriftführer, Dr. med. Daniel, Stellvertreter und Isidor Herz, Kassierer. □ Hamburg, 10. November. Am Montag, den 29. v. M., hielt die Hamburgische Ortsgruppe des Cenrral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Lippmann eine Versammlung ab, die sehr Zahlreich besucht war. Herr Landtagsabgeordneter Dr. Cohn-Dessau sprach über „Die Kampfstellung des Judentums." Es läßt sich nicht verkennen, so begann der Redner, daß in Deutschland der Jude schlechter gestellt ist, als der Christ. Von Kindheit an hat der deutsche Jude unter antisemitischen Vorurteilen und Kränkungen Zu leiden. Schon in der Schule wird ihm dies klar, und auf den Universitäten kommt es ihm Zum deutlichen Bewußtsein, daß ein Unterschied gemacht wird Zwischen Juden und Christen und daß ihm lediglich aus dem Grunde, weil er Jude ist, der Zutritt Zu finde "tischen Korporationen verweigert wird. Nicht anders geht es den jungen Kaufleuten, nicht anders den Handwerkern, welche überall durch antisemitische Vorurteile Kränkungen erleiden, wenn es sich darum handelt, gesellschaftlichen Anschluß Zu finden. Und doch ist nicht der mindeste Grund vorhanden, den Juden in Deutschland anders Zu behandeln, als den Christen, da er nicht allein in Kleidung, Sitten, Gewohnheiten von seinen Mitbürgern sich nicht unterscheidet, sondern vor allem an Patriotismus mit seinen andersgläubigen Mitbürgern sich zu messen wohl imstande sei. Daß die deutschen Juden deutsch denken und deutsch fühlen und längst den Willen haben, deutsch Zu sein mit Leib und Seele — das haben sie stets, besonders aber in den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts zur Genüge bewiesen. Dieses unbegründete Vorurteil in Deutschland Zu bekämpfen, muß die Gesamtheit der deutschen Juden Zusammensühren. Wie aber soll dieser Kampf geführt werden? Schon unsere Jugend muß in dem Gedanken erzogen werden, dafür zu kämpfen, daß die deutschen Juden gleichberechtigt werden. Diese Gedanken in die Seele des jüdischen Kindes Zu pflanzen, ist eine Pflicht der