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Im deutschen Reich · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. 726

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Cöln
Date
1906-12-01
Page
726 (sequence 2)
Language
German
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726 Iw deutschen Reich. beachtenswerten Erscheinung in der jüdischen Jugendbewegung gemacht, die aber auch für das gesamte deutsche Judentum von Interesse ist, da sie ein Ausdruck der immer stärker werdenden Einigungsbestrebungen innerhalb des deutschen Judentums ist. In dem Bericht gibt der Vorstand des „Jugendvereins Gabriel Rießer" mit vollem Recht der Ueberzeugung Ausdruck, durch die von der üblichen Schablone abweichende Art seiner Veranstaltungen in den betrübenden Jndifferentismus weiter Kreise der hiesigen jüdischen Kaufmannschaft eine Bresche gelegt zu haben. 4F Bonn. Am L November fand hier unter Leitung des Herrn Morrtz David eine zahlreich besuchte Central-Vereins- Versammlung unter reger Anteilnahme auch der studentischen Kreise statt, in welcher das Vorstandsmitglied, Herr Dr. med. Jos. Lewp-Berlin über das Thema „Soziale Probleme der deutschen Juden" sprach. In der Einleitung wies Redner auf die Bedeutung der sozialen Probleme im allgemeinen hin und ging dann auf die Sonderprobleme sozialer Art, die den deutschen Juden erwachsen sind, näher ein. So besprach er die Fragen der Verbreitung des Handwerkes unter den Juden, der Förderung der Bodenkultur, die Kolonisationsfrage, das gesellschaftliche Problem und schließlich die gegen den Antisemitismus gerichteten Abwehrbestrebungen. Ziele und Tätigkeit des Central-Vereins wurden in eingehender Weise erörtert. Redner schloß mir einem Appell an die Anwesenden, sich zu gemeinschaftlicher Gegenwehr dem Central-Verein anzuschließen. Die fast einstündige Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ueber 40 neue Anmeldungen zeigten, daß die Ausführungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren. In der sich anschließenden freien Aussprache betonte Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld - Essen, daß die Ausgabe des Central-Vereins nicht' nur eine jüdische Aufgabe sei, sondern eine deutsche Kulturaufgabe, denn der Antisemitismus führe zum Anarchismus. Ehrenpflicht eines jeden deutschen Juden sei es, dem Central-Verein beizutreten. Der Vertreter der Studenten-Verbindung „Rheno-Silesia", Herr stud. Rosenthal, wünschte der Neugegründeten Ortsgruppe Glück und erinnerte daran, daß jedes Mitglied seiner Verbindung statutarisch Mitglied des Central-Vereins sei. Sieben Jahre vor dem Central-Verein habe die erste Verbindung des Kartellverbandes, die Viadrina - Breslau, schon das gleiche Ziel verfolgt. Herr

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