Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1906)
- Article
- Langsdorf
- Date
- 1906-10-01
- Page
- 609 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. gebrockt worden. Zum Schlüsse heißt es wörtlich: „Wir müssen kämpfen gegen den LichLgott von Langsdorf, es sei denn, daß er von seiner Höhe Herabstiege und wirtschafte wie ein gewöhnlicher, vernünftiger Mensch." -ch- Oldenburg, 22. September. Der Großherzoglich Oldenburgische Landesrabbiner Dr. Mannheimer veröffentlichte folgendes: „In unserer Gemeinde haben wir, ohne daß die Gefahr eines Verbots des Schächtens besteht, was bei unseren liberalen Behörden auch kaum denkbar wäre, den Goldbergschen Niederleg-Apparat angeschafft, der so ausgezeichnet funktioniert, daß der Schlachthof-Obertierarzt seine Befriedigung über diese Art des Niederlegens aussprach, während er seither sich stets abfällig über diese Prozedur äußerte. Ich möchte den Gemeinden in ihrem eigenen Interesse empfehlen, rechtzeitig eine der neueren Methoden des Niederlegens einzuführen, um allen Vorwänden für Beeinträchtigung des Schächtens den Boden abzugraben." ± Petersburg, 11. September. In der Stadt Siedlce, deren Einwohnerschaft zum größten Teile aus Juden besteht, haben seit dem 8. d. M. Judenmetzeleien stattgefunden, deren Umfang noch größer war, als der des Pogroms von Bialpstock. In Siedlce soll am Abend des 8. September von dem Dachboden eines Hauses in der Warschanskaja auf eine Militärpatrouille geschossen worden sein, worauf das Haus, sowie die Nachbarhäuser sofort von den alarmierten Truppen beschossen wurden- und eine förmliche Judenhetze begann, bei der nach den gewiß niedrigen behördlichen Angaben am ersten Tage 40 Juden getötet und über hundert verwundet wurden. Nach einer Meldung der Warschauer „Birschewija Wjedomosti" soll die Zahl der bei dem offenbar angezettelten „Pogrom" getöteten und verwundeten Juden im ganzen etwa 500 betragen. Einer jüdischen Abordnung, die an den Gouverneur die Bitte richtete, den Soldaten das Schießen zu untersagen, antwortete der Gouverneur, daß er einen dahingehenden Befehl erlassen werde, sobald ihm die Revolutionäre ausgeliefert würden. Da dies nicht geschah, auch nicht geschehen konnte, ließ der Gouverneur Kanonen auffahren und mehrere Häuser in Grund und Boden schießen. Aus Brest traf dann in Siedlce ein Regiment Infanterie ein, aus Rembestow Artillerie. An vielen Stellen der Stadt brach Feuer aus. Die Lage der jüdischen Bevölkerung, die am Fliehen gewaltsam verhindert wurde.