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Im deutschen Reich · 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. 538

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 9 (September 1906)
Article
[Ohne Titel]
Date
1906-09-01
Page
538 (sequence 2)
Language
German
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538 Im deutschen Reich. dieser Einladung gestatten, da dieselbe einige Unrichtigkeiten enthält. Sätze wie: „Seitens der Bevölkerung ist alles getan, um den Fremden den Aufenthalt auf der Insel behaglich zu gestalten^ oder „Borkum ist eine Insel des Friedens'" sind entschieden unwahr. Es muß vielmehr heißen: „Jüdischen Mitgliedern des Flottenvereins, (und deren sind es nicht wenige) ist von einem Besuche dringend abzuraten, da sie in Borkum nicht geduldet find.'" Es dürfte dem Schreiber dieses Artikels gewiß nicht fremd sein, daß für jüdische Badegäste auf der Insel kein Aufenthalt ist, da sie nach dem Bekanntwerden ihrer Konfession in ganz pöbelhafter Weise belästigt und sogar tätlich angegriffen und zum Verlassen der „Insel des Friedens" gezwungen werden. — Die näheren Einzelheiten sind denjenigen, welche einmal dort gewesen sind, genügend bekannt, und christliche Mitbürger erklärten mir, daß sie das Treiben, wie Absingen gemeinschaftlicher antisemitischer Lieder und Aehnliches, so widerwärtig gefunden haben, daß sie die Insel nicht wehr besuchen würden. Ich fühle wich veranlaßt. Ihnen dieses witzuteilen, um Glaubensgenossen, die auch Mitglieder unseres Vereins sind, bei einem event. Besuch vor Schaden und Aerger zu bewahren. Bon Ihrer Unparteilichkeit gegenüber allen Konfessionen, welche ja gerade in den letzten Hauptversammlungen ganz besonders -betont worden ist, darf ich wohl erwarten, daß Sie meinen Ausführungen in der nächsten Nummer der „Flotte" Aufnahme gewähren. In dieser Erwartung und mit der Bitte, mir einen gefl. Bescheid Zukommen zu lassen, zeichne ich mit vorzüglicher Hochachtung usw." Darauf ist nachstehende Antwort eingegangen: Berlin, den 15. August 1906. SW. 48, Wilhelmstr. 130, II. Sehr geehrter Herr! Die von Ihnen erwähnten Ungehörigkeiten sind auch mir bekannt; offen gestanden, hatte ich bei Annahme des Artikels gar nicht daran gedacht, ebensowenig wie der Verfasser sicher auch. Von einer Aufnahme Ihres Protestes in der „Flotte" möchte ich aber doch absehen, weil ich fürchte, daß gerade dadurch Unliebsames entstehen könnte. Selbstverständlich macht der Flotten - Verein weder zwischen Ständen noch Konfession irgend welchen Unterschied, da uns jedes Mitglied, welches es mit der Sache des

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