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Im deutschen Reich · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. 491

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
[Ohne Titel] / N. N. in X.
Date
1906-07-01
Page
491 (sequence 2)
Language
German
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Eingesandt 491 durften die Snben natürlich und hierzu wurden sie auch hinreichend angeregt. Als vor einigen Monaten die hiesige Theaterdirektion zugunsten der Opfer der russischen Judenmetzeleien eine Wohltätigkeitsvorstellung veranstaltete, konnte sich der Besucher unsres Musentempels in eine Synagoge versetzt glauben, in der sich nur ein Paar Christen Zur Besichtigung eingefunden hatten. Dies fiel damals so allgemein auf, daß ein hiesiges Blatt in Bezug aus den Besuch seitens der christlichen Mitbürger schrieb: „sieh, es fehlte manch „teures" Haupt." In den letzten Tagen fand nun hier ein Frühlingssest Zugunsten verschiedener wohltätiger Einrichtungen statt. Und — welch' großes Glück! — verschiedene Juden wurden zur Mitwirkung aufgefordert. Schnell war das erwähnte Verhalten bei der Theatervorstellung und alles Uebrige vergessen und mit großem Eifer stellte sich eine Anzahl Juden neben Leute, von denen sie nicht wußten, ob diesen vielleicht eine andere Umgebung erwünscht wäre. Tatsächlich sollen sich sogar christliche Damen geweigert haben, mit jüdischen Damen zusammen in einer Verkaufsbude zu stehen — aber das schien weiter nichts zur Sache zu tun. Wenn man sich solche Zurücksetzung gefallen läßt, steht zu befürchten, daß gewisse Kreise in den Wahn versetzt werden, solches könne ohne Skrupel geschehen; denn die Juden kommen doch immer wieder. Bei einer festlichen Gelegenheit hat unser Oberbürgermeister in trefflichen Worten ausgeführt: „Unser Fest soll uns Alle, die wir aus den verschiedensten Standen, den verschiedensten Berufen, uns hier zusammengefunden haben, näher bringen, uns gegenseitig als Menschen von gleichem Streben, von gleichen Hoffnungen, von gleichen Wünschen verstehen und achten lehren". Die Voraussetzung solcher Anerkennung als „Menschen von gleichem Streben, gleichen Hoffnungen und gleichen Wünschen" ist aber meines Erachtens, daß die Juden mehr Achtung als bisher vor sich selbst haben! X. X. in X. Den Veremsmitglirderm geht diese Zeitschnft unentgeltlich;n Monrrenremsprels tut McvlyereMsrnitgiieaer: pro Mr Z Mir _Preis fler vsppelnurnmerr so Pfennig. _ Redaktions - Bureau des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens: Berlin SW. 68, Lindenstr. 1L, II. _Fernsprecher Amt IV, Nr. 7079. _ Verantwortlich für Redaktion und Verlag: Alphonfe Levy, Berlin.

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