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Im deutschen Reich · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. 490

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Americana
Date
1906-07-01
Page
490 (sequence 2)
Language
German
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490 Im deutschen Reich. man hatte, denke ich, uw 8 Uhr begonnen — weiß ich es: Erbauung, Frömmigkeit. Denn hier weht eine Luft, die das moderne Theater sonst vermissen läßt: die Luft der Einmütigkeit sittlicher Vorstellungen bei Publikum, Schauspielern und Dichter; hier gibt es keinen Unterschied in der Auffassung der Lösung der sittlichen und religiösen Fragen iw Stück; hier fehlt problematische Bemerkung und Kritik; hier ist Schauspiel noch Gottesdienst! In diesem äußerlich wenig anwutenden Raume, in einer Luft, die besser sein könnte, unter Leuten, für deren Mission im europäischen Osten als deutsche Kulturträger ich erst bei dieser Gelegenheit Respekt gewann, ist mir klar geworden, was auch hellenisches Schauspiel einst gewesen sein muß, solange es Gottesdienst war: und dieser Eindruck steht mir in mehr als einer Hinsicht ebenbürtig neben so außerordentlichen religiösen Eindrücken wie dem des Kölner Doms oder dem der erhaltenen Ruinen Pästums. Eingesandt. Herr Justizrat Breslauer sagte in seinem Vortrag „Die gesellschaftliche Stellung der Juden in Deutschland" (vergl. Heft 5 dieser Zeitschrift) u. a. auch: „Es sollte nicht überall und für jeden Aufruf, für jede Veranstaltung von Konzerten, von Bazaren und Bällen, von Vergnügungsgelegenheiten jeder Art, die als Nebenzweck irgend ein wohltätiges Unternehmen angeben, auch die Unterschrift von Juden zur Verfügung stehen, wenn und weil christliche Unternehmer der geschilderten Art an der Spitze stehen. Ein wenig Zurückhaltung wäre in dieser Beziehung nicht nur angebracht, sondern geradezu heilsam!" Diese Worte veranlassen mich, eine Angelegenheit zur Sprache zu bringen, die mich seit Wochen schon bewegt und „die gesellschaftliche Stellung der Juden in meinem Wohnort und die Wohltätigkeit" betrifft. Wenn in früheren Jahren in unserer Stadt wohltätige Veranstaltungen, z. B. Bazare und Theeabende etc., Zugunsten christlicher Anstalten stattfanden, wurden die Juden fast immer nur in ganz winziger Anzahl zugezogen. Gaben spenden

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