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Im deutschen Reich · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. 487

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
G. B., Aachen
Date
1906-07-01
Page
487 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Bücherschau. 487 dieses plumpe Geschäftsmanöver Zu brandmarken. — Ferner sichere ich Jedem, der mir den Verbreiter des erlogenen Gerüchtes so namhaft machen kann, daß ich denselben gerichtlich Zur Verantwortung ziehen kann, eine Belohnung von — Mark 100 — Zu. Carl Appelrath, Aachen, Krämerstraße 24- 34, Ecke am Dow." — Die jüdische Kundschaft des Herrn Carl Appelrath sowie seine jüdischen Lieferanten müssen nach der Fassung dieser Anzeige ohne weiteres annehmen, daß dieser Herr die jüdischen Firmen für minderwertig hält, und hätten deshalb vollen Grund, Herrn Carl Appelrath fühlen Zu lassen, daß ihnen eine solche Geringschätzung nicht gleichgiltig ist. B. G., Dresden. Die mit einem hübschen Dreifarbenumschlag versehene „politische Satire" „Holder Friede, süße Eintracht" des Grasen E. Reventlow ist dem aus dem Dresdner „Li- und Lo-Prozeß" hinreichend bekannten Schriftsteller Dr. Paul Liman gewidmet. Da dieser seinen semitischen Stammbaum nicht verleugnen kann, beweist die Widmung hinreichend, daß Graf E. Reventlow zwar das „Recht des Rassenhasses" schriftstellerisch Zu begründen gesucht hat, aber diesen Haß nicht praktisch betätigt. Es soll mitunter schwer sein, keine Satiren zu schreiben. So ist es dem Verfasser nicht übel zu nehmen, daß er sich durch seine schriftstellerische Leistung in die Lage versetzt, von den „Deutsch- Sozialen Blättern" unter der ausdrücklichen Bedingung gelobt zu werden, daß „er die Konsequenz aus seinem eigenen Werk zieht und zu der Partei geht, wo die Größe des deutschen Volkes am rücksichtslosesten erstritten wird." Das wird sich der Kapitänleutnant a. D. Graf Ernst Zu Reventlow nach den Erfahrungen, die sein verstorbener älterer Bruder Ludwig gemacht hat, doch wohl noch zwei Mal überlegen, da er, der selbst in seinem Dankschreiben an die Redaktion der „Deutsch-Sozialen Blätter" bekennt, gleichzeitig für das „Bert. Tagebl.", die „Kreuz-Ztg." - und die „Tägliche Rundschau" geschrieben zu haben, doch nicht die Schiffe hinter sich verbrennen wird. Er versichert zwar, nie freisinnig gewesen zu sein, aber in das Fahrwasser Liebermanns einzulenken, scheint er doch nicht geneigt zu sein.

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