Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Die jüdischen Freiwilligen im preußischen Heere während der Befreiungskriege 1813/1814
- Date
- 1906-07-01
- Page
- 413 (sequence 7)
- Language
- German
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Die jüdischen Freiwilligen im preußischen Heere. 413 Offizieren bez. . Oberjägern und Tamburmajors wurden 21 Juden, Zum Portepeefähnrich 1, Zu Sekondeleutnants 19, zu PremierleuLnants 3 befördert — alles junge Soldaten, die frühestens 1813 in das Heer getreten waren. Ein jüdischer Arzt wurde Regimentsarzt. Wir glauben, diese Zahlen sprechen für sich! Verwundet wurden, soweit die höchst mangelhaften Listen angeben, 27, von dem Feinde getötet, von Wunden oder Krankheit dahingerafft auch 27 Juden, vermißt — also voa^vscheinlich gleichfalls getötet — 2. Diese Zahlen bleiben weit unter der Wahrheit, da ja die Listen vieler Regimenter und beinahe der gesamten Artillerie fehlen. Aber sie genügen, um zu beweisen/, daß die Juden im vaterländischen Heere mit ihrem Blute nicht geizten, sondern es mutig für die Befreiung Deutschlands darbrachten. Höchst wunderbar, beinahe unglaublich klingt die Geschichte einer jüdischen Frau, die, gleich der Leonore Prochaska, die Feldzüge von 1813 und 1814 als Reiter im ostpreußischen Ulanenregiment mitgewacht hat. Es ist dies Esther Manuel, verheiratete Luise Grafemus. Sie hat ihre Geschichte selbst erzählt (Vossische Zeitung vom 9. Dezember 1815); dieselbe wird aber in den Hauptzügen durch die offizielle Militärzeitung „Der Russische Invalide" vom 25. Januar (6. Februar) 1815 bestätigt; sie benahm sich mit größter Unerschrockenheit und wurde mehrfach verwundet. Ob sie auch, wie sie erzählte, das Eiserne Kreuz erhalten hat, bleibe dahingestellt, obwohl es nicht unwahrscheinlich ist. II. Wir kommen nun zu der Zahl und den Namen der Juden, die als Freiwillige an den Feldzügen der Jahre 1813 und 1814 teilnahmen. Man sollte denken, daß die amtlichen über die Freiwilligen geführten Listen, wie solche im Kriegsministerium aufbewahrt werden, völlige Klarheit über diesen Gegenstand verbreitenj'müßten. Leider ist dies nicht der Fall, undszwar aus verschiedenen Gründen. Die Listen liegen überhaupt nur von der Mehrzahl der Truppenteile, aber bei weitem nicht von allen vor. Z. V. die Artillerie fehlt fast völlig; aber auch von Infanterie und Kavallerie stehen ganze Regimenter aus. Das ist auch nicht ein durch späteren Verlust solcher Listen eingerissener Fehler: schon 1814