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Im deutschen Reich · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. 393

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
R. K., Hamburg
Date
1906-06-01
Page
393 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 393 R. K., Hamburg. Wir haben bereits in den „Deutsch- Sozialen Blättern" gelesen, daß der Direktor des dortigen Wilhelms-Gymnasiums, Professor Wegehaupt, in der Ostern 1906 erschienenen „Festschrift zum 25jährigen Jubiläum des Gymnasiums" es für nötig erachtet hat, auf Grund statistischer Tabellen die Frage: „Ist das Hamburger Wilhelm-Gymnasium eine Judenschule?" zu erörtern bezw. zu verneinen. Erbegründet dies u. a. mit den Worten: „Ich führe dies hauptsächlich deshalb an, weil in weiten Kreisen unserer Stadt ganz irrtümliche Vorstellungen über die Zahl der jüdischen Schüler am Wilhelm- Gymnasium verbreitet sind, die oftmals christliche Eltern abgehalten haben, ihre Söhne dem Wilhelm-Gymnasium zuzusühren. Dazu kommt, daß ganz gewöhnlich die Ansicht herrscht, es seien die jüdischen Schüler besonders begabt und beanlagt. Diese Ansicht muß ich auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen in meiner früheren Stellung in Breslau, wie hier in Hamburg, als irrig bezeichnen; das lebhaftere Wesen, das namentlich in den unteren Klassen den jüdischen Schülern eigen ist, ist noch lange nicht ein Zeichen von hoher Begabung, und wenn wirklich sehr begabte und tüchtige Schüler unter den jüdischen Schülern sich befinden, so sind doch auch unter den christlichen Schülern nicht minder begabte und tüchtige in großer Zahl." Das Antisemitenblatt bemerkt zu dieser charakteristischen Aeußerung: „Die Feststellung von seiten eines erfahrenen Schulmannes ist besonders wertvoll." Darin liegt etwas Wahres; für die Eltern vieler jüdischen Schüler wird die offen kundgegebene Sehnsucht des Herrn Professors nach einer größeren Zahl christlicher Schüler sehr wertvoll sein. B. £>., Leipzig. Die „Altenburger Zeitung für Stadt und Land" veröffentlichte am 18. v. Mts. ein „Eingesandt", das die Unterschrift „Mehrere hiesiger Bürger" aufwies und wie folgt lautete: „Mehrere Interessenten, die auf hiesigem Jahrmarkt feilhalten, möchten den Wunsch aussprechen, daß die Behörde mehr darauf Rücksicht nimmt, daß die Juden nicht unter die hiesigen Geschäftsinhaber zu stehen kommen, sondern, wie es auch in anderen Städten üblich ist, eine Reihe für sich zugewiesen erhalten, damit man nicht die ganze Woche das Geschrei mit anhören muß." Die Redaktion des Altenburger Blattes bemerkte hierzu: „Das erstere geht nach dem Gesetz, das gleiche Rechte jedem zuschreibt,, wohl nicht. Was das Aus schr. ien'der Ware

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