Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1906-06-01
- Page
- 388 (sequence 2)
- Language
- German
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388 Zw deutschen Reich. gehendster Weise besprochen, einzelne darin enthaltene Jrrtünrer widerlegt, aber diesem Werk nachgerühmt, in erfreulichster Weise den Nachweis zu liefern, „daß nach den gesicherten Ergebnissen der Wissenschaft der ganze Rasseantisemitismus „ein horrender Unsinn" ist und die übrigen Erscheinungsformen des Antisemitismus entweder, wie der religiöse, mit den Grundlagen wissenschaftlicher Weltanschauung und den Lehren Christi oder, wie der wirtschaftliche und der ästhetische Antisemitismus, mit den Forderungen der Gerechtigkeit in schreiendem Widerspruche stehen." Im Vorwort zu seinem Buche sagte Graf Coudenhove treffend: „Wer über Juden nur das Geringste sagt und schreibt, das nicht ungünstig lautet, wird gleich als Jude und Freimaurer verschrieen. Doch bei mir würde dieses Mittel nichts nützen. In meinem Stammbaum findet sich nicht die geringste Spur jüdischen Blutes. Wäre dies aber der Fall, würde ich dies nicht nur nicht verschweigen, sondern es geradezu sreudigst bekennen, weil ich stolz wäre auf eine mögliche Stammesverwandtschaft mit den heiligsten Männern und Frauen, die je auf diesem Planeten gewandert sind." Im 47. Lebensjahre ist kürzlich dieser wackere katholische Edelmann auf seinem Schlosse Ronsperg in Böhmen aus dem Diesseits geschieden. Wir beklagen sein frühes Scheiden; aber nach rabbinischem Ausspruch haben die Frommen aller Völker Anspruch aus den Anteil am ewigen Leben und Coudenhove war im besten Sinne des Wortes: Ein frommer Christ! eJ& Briefkasten der Redaktion. D. C., Berlin. Das Blättchen „Eine Lanze für Max Reinhard" ist auch auf unfern Redaktionstisch geflogen, hat uns aber, weil der alberne Inhalt nicht daran zweifeln ließ, daß die Unterschrift „Dr. Moritz Kohn" nur eine fingierte und der Verfasser aller Wahrscheinlichkeit nach ein jugendlicher Stammgast eines antisemitischen „Wirtshauses I" sei, nicht weiter interessiert. Daß aber die „Staatsbürger-Zeitung", von der mehrfach angenommen wurde, daß sie unter der Direktion eines früheren Hofpredigers mindestens die Ahlwardt-Allüren ablegen würde, sich den Anschein geben konnte, diese verhetzende