Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Nürnberg
- Date
- 1906-06-01
- Page
- 385 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rheydt 1× ep/1045545
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Korrespondenzen. 385 nach Nürnberg kam, begrüßten ihn auf dem Bahnhofe die Vertreter der Geistlichkeit, unter der sich Herr Rabbiner Dr. Ziemlich befand, den der Prinz mit einer längeren Ansprache beehrte. Auszeichnungen erhielten aus dem Anlasse der Eröffnung der Ausstellung: Kommerzienrat Ludwig von Gerngros den Verdienstorden vom Heil. Michael II. Klasse, Kommerzienrat Wilhelm Gerngros denselben Orden IV. Klasse. Zur Hoftafel im großen Nürnberger Ralhaussaale waren schon acht Tage vorher durch den Obersthofmarschall in München u. a. die beiden genannten Herren, Rabbiner Dr. Ziemlich, Kommerzienrat Bing, Stadtverordneter Wertheimer und Rechtsanwalt Josephthal geladen. — Der Amtsrichter Karl Einstein in Nürnberg wurde zum II. Staatsanwalte bei dem LG. Würzburg befördert. co Rheydt, 12. Juni. Soeben wurde das Schächtverbot — auf eine an den neuen Bürgermeister Herrn Lewald gerichtete Eingabe von dem Stndtverordneten-Kollegium — aufgehoben. -4- Stuttgart, 1. Juni. Am Geburtstage des Königs sind mehreren unserer Glaubensgenossen hervorragende Auszeichnungen zu teil geworden. Es erhielt Herr Geh. Kommerzienrat von Pflaum dieselbe Auszeichnung wie der Bischof von Rothenburg Di', von Keppler, nämlich das Kommenturkreuz 1. Klasse des Friedrichsordens, Herr Regierungsrat Dr. Schmal, bei der israelitischen Oberkirchenbehörde, den Titel und Rang eines Oberregierungsrats, der Oberamtsarzt Dr. Rödelheim in Laupheim den Titel eines Medizinalrats usw. # Konstanz a. Bodensee, 1. Juni. Das unsagbar traurige Geschick, das die einem Lustmord zum Opfer gefallene kleine Nichte eines unserer hiesigen Glaubensgenossen vor einigen Wochen in Lindau betroffen hat, ist von mehreren antisemitischen Blättern zu dem Versuch benutzt worden, die Möglichkeit eines Ritualmordes anzudeuten. Hier sowie in Lindau und in allen andern am Bodensee gelegenen Orten hat man an dem Unglück der so gräßlich getroffenen Eltern der kleinen Erna Spiegel in Lindau innigen Anteil genommen, niemand aber hat auch nur den geringsten Argwohn gegen irgend einen Juden bekundet. Bedauerlicher Weise hat aber das in Bozen erscheinende Blatt „Der Tiroler" eine bezügliche unrichtige Notiz der „Reichspost" in der nachstehenden, leicht zur Auffrischung des Nitualmordmahns dienenden Fassung