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Im deutschen Reich · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. 383

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
Danzig
Date
1906-06-01
Page
383 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 383 z u r i! n t e r st ii tz int g russischer F l ü ch L l i n g e; Herr M. Kadisch ist also auch nicht Vorsitzender eines solchen Komitees, leitet aber in der DanZiger Synagogen-Gemeinde das Armenwesen. Als der betreffende Russe von ihm Geld Zur Reise nach Frankfurt a. M. verlangte, hielt sich Herr Kadisch für verpflichtet, von ihm irgend einen Ausweis Zu verlangen, da die Armenverwaltung der Gemeinde vielfach von unbekannten Leuten getäuscht worden ist. Der Russe erwiderte: „Papiere haben Schnorrer!" und ließ sich seitdem nicht wieder sehen. Herr Rechtsanwalt Behrendt, dem von demselben Russen Zigaretten zum Kauf angeboten wurden, hatte ihn deshalb wieder bestellt, aber später nicht wieder gesehen. Daß dem Manne von Herrn Kadisch oder von Herrn Rechtsanwalt Behrendt eine Unterstützung versagt worden sei, weil er Sozialdemokrat sei oder, wie sich ein jüdisches Blatt ausdrückte, „zum Bunde gehöre", wird uns von Danzig aus als unwahr bezeichnet. Beide Herren haben von einer öffentlichen Widerlegung nur deshalb abgesehen, weil sie sich mit Recht überzeugt halten, daß niemand, der sie kennt, ihnen Zutrauen wird, sie könnten einen Hilfsbedürftigen wegen seiner politischen Gesinnung abweisen. rir Posen, 2. Juni. Im Jahre 1815 bestanden in der Provinz Posen 273 evangelische, 157 katholische, 18 simultane, 5 jüdische Volksschulen; 1852 waren es 800 evangelische, 1100 katholische, 5 simultane, 73 jüdische. In diesen 37 Jahren sind also die jüdischen Schulen von 5 auf 73 gestiegen; sie haben sich versünfzehnfacht, während sich die christlichen Schulen nur vervierfacht haben. Aachen, den 1. Juni. Am 17. v. Mts. fand auf Anregung des hiesigen „Israelitischen Gemeindeverein" im „Engl- Hof" ein gut besuchter öffentlicher Vortragsabend statt, an welchem die hiesigen Lehrer ander israel. Volksschule, HerrDublon und Wallach Vorträge über die neue Volksschulgesetzvorlage hielten. Der Präses obigen Vereins, Herr Generalagent S. Hirsch, wies bei der Eröffnung der Versammlung darauf hin, daß in vielen jüdischen Gemeinden Deutschlands das Andenken Gabriel Rießers kürzlich gefeiert worden wäre, jenes jüdischen Heroen, der, vor 100 Jahren geboren, als für alle Zeiten vorbildlich in dem Kampfe für Gleichberechtigung der Judenheit bezeichnet werden könne. Seine

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