Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Central-Vereins-Versammlung in Nürnberg
- Date
- 1906-05-01
- Page
- 311 (sequence 5)
- Language
- German
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Ceniräl-Vereins-Versarmnlung in Nürnberg. 311 Jeder deutsche Jude müsse eine Ehre darin setzen, Mitglied des Central-Vereins zu sein. Herr Kommerzienrat Jakob Gallinger betonte, daß die Verhältnisse in Bayern für die Juden tatsächlich günstiger als anderwärts liegen, folgerte aber daraus, den Ausführungen des Herrn Dr. Horwitz beistimmend, die gebieterische Ehrenpflicht, sich deshalb erst recht dem Central-Vereine rückhaltslos anzuschließen. Mit Befriedigung darauf verweisend, daß hier das Wirken des Vereins nur wohlwollende Beurteilung finde, erklärte sodann Herr Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz, daß er dies nicht anders in einer Gemeinde erwartet habe, an deren Spitze das einzige Ehrenmitglied des Central-Vereins, Herr Geh. Hofrat Josephthal, stehe. Er erwarte nun auch, daß Nürnberg sich in Bezug auf den Anschluß non EinZelmitgliedern ein Beispiel an Bamberg nehmen werde, wo es dem rühmlichen Eifer des Herrn I. Treumann gelungen sei, sechzig Prozent der Gemeindemitglieder für den Central-Verein Zu werben. Der Redner widmete dann noch Worte herzlicher Anerkennung Herrn Martin Lebrecht 8en.-Nürnberg, der jederzeit für den Central- Verein mit Eifer und Hingebung gewirkt und auch keine Mühe gescheut habe, diese Versammlung vorzubereiten. Er dankte dem verdienstlichen Leiter der Versammlung, den Vorstandsmitgliedern der israelitischen Gemeinde Fürth, den aus Fürth und anderen Orten erschienenen Güsten, forderte zur regen Beteiligung an dem Central-Verein und seinen Arbeiten auf und mahnte die Mitglieder der Versammlung auch fernerhin Zu bleiben: hie gut bayrisch, hie gut deutsch, aber auch gut jüdisch allerwege! Mit Worten lebhaften Dankes an die Gäste und alle Anwesenden schloß hierauf Herr Schuldirektor Dr. Gombrich die würdig und anregend verlaufene Versammlung. Nürnberg. Heinrich Jung. ^enn man sich zu einem Wahlfeldzuge anschickt, kann nichts willkommener sein als eine Kundgebung des Gegners über seine eigenen Pläne für die nächste Zukunft. Zu solchen Kundgebungen geben die Parteitage, bei denen es nun einmal