Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 4 (April 1906)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1906-04-01
- Page
- 255 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 255 Vorsitzenden gewählt haben. Nachdem dieser in sein neues Amt emgesührt worden war und die Leitung der Versammlung übernommen hatte, erhielt Herr Rechtsanwalt Di-. Arthur Nußbaum das Wort Zu einem Vortrag über „Die Bedeutung der Juden für das geistige und wirtschaftliche Leben Deutschlands". Der Redner legte an der Hand statistischer Nachweise dar, wie stark sich der Bildungsdrang der deutschen Juden bekundet habe und noch bekunde, und betonte durch Nennung zahlreicher bedeutender Namen, die sich auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft oder auch im alltäglichen Leben, in Handel und Industrie hervorragend betätigt haben, daß das deutsche Vaterland durch solche Bürger in Kultur und Volkswohlsahrt wesentlich gefördert worden sei. Das Bewußtsein solle aber nicht zur Ueberhebung führen, sondern nur zu dem Streben, immer mehr Beweise dafür zu liefern, daß die jüdische Bevölkerung eine nützliche und in hohem Grade achtungswerte Bedeutung für das gesamte deutsche Volk habe. Herr Dr. HolZmann dankte dem Vortragenden für diese beifällig aufgenommenen Ausführungen und eröffnete dann die Diskussion, welche insbesondere den Herren Dr. Bleichrode, Dr. Joachim und Dr. Jos. Lewy Gelegenheit bot, teils den Vortrag in interessanter Weise zu ergänzen, teils neue Anregungen zu geben, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Herr Dr. Holzmann verwies auf die bevorstehende Rießer - Gedenkfeier und knüpfte daran die Mahnung, die Sache des Central-Vereins Zu fördern, durch welchen die Ideale Rießers verwirklicht würden. Im Schluß faßte Herr Dr. Nußbaum noch die Ergebnisse der Diskussion zusammen. Damit endigte die Versammlung der Gruppe, die sich ohne Zweifel zu einer starken Stütze der Vereinssache in Berlin herausbilden wird. A. L. Korrespondenzen. * Berlin, 20. April. Hinsichtlich der religiösen Fürsorge für die jüdischen Strafgefangenen war durch ministerielle Verfügungen im Jahre J 807 eine Verschlechterung eingetreten. Kamen für die jüdischen Zachrhausgesangenen bis dahin nur die Anstalten Zu Rawirsch, Insterburg und Köln in