Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 3 (März 1906)
- Article
- Liegnitz
- Date
- 1906-03-01
- Page
- 195 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 195 Bürget jüdischen Glaubens auch um jüdische Angelegenheiten vielfache Verdienste erworben. o7‘ FiLehne, 2. März. Mit dem am 12. v. Mts. im 54. Lebensjahre verstorbenen hiesigen Rabbiner Br. Salomon Richter ist ein hervorragender Gelehrter zu Grabe gegangen, dessen frühes Hinscheiden schmerzliches Bedauern hervorgerufen hat. Der Central - Verein betrauert in ihm einen Vertrauensmann, der für die Vereinssache mit Eifer und Hingabe tätig gewesen ist. 0 Königsberg i. Pr., 5. März. An sämtliche Mitglieder des „Akademisch-medizinischen Vereins" zu Königsberg i. Pr. hat Herr Dr. med. Jaeoby in Epdtkuhnen, der unentwegte Bekämpfet der antisemitischen Elemente im „Goslarer Kartell - Verb and naturwissenschaftlicher und medizinischer Vereine an deutschen Hochschulen" nachstehendes Rundschreiben gesandt: „Der Vorort Leipzig des G. C. V. hat folgenden Antrag gestellt: „Der Beschluß des VIl. Kartelltages, den Juden die Aufnahme wegen ihrer Religion Zu verweigern, möge ausgehoben und die Stellungnahme zum Judentum aus den Satzungen des G. C. B. gestrichen werden." Zweck dieses Antrages ist, unfern Verein dem Verbände wieder zu gewinnen, und es wird an uns die Frage herantreten, ob uns die Annahme für den Wiedereintritt in den G. C. V. genügen würde. Wenn wir uns den Antrag näher ansehen, so besagt derselbe nur, daß der „G. C. V." sich fortan über seine Stellungnahme gegenüber jüdischen Kommilitonen nicht mehr äußern wird. Damit wären wir fast aus dem Standpunkt angelangt, den diese Kartellangelegenheit vor Einbringung unseres Antrages: „Von religiösen Fragen hält sich der Kartellverband grundsätzlich fern", einnahm. *Jch sage „fast angelangt": nicht ganz deshalb, weil der G. C. V. inzwischen mit aller Deutlichkeit aus dem VII. Kartelltage erklärt hat: Jeden, mag er auch sonst ehrenwert und makellos sein, der als Jude aus die Welt gekommen und es geblieben ist, weisen wir zurück; denn das liegt in der Ablehnung des vom Kartelltage formulierten Antrages „insbesondere soll niemandem wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum die Aufnahme verweigert werden." Vergegenwärtigen wir uns noch einmal den Gang der Dinge: Der Verband faßt eine Resolution, welche zwar nicht