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Im deutschen Reich · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. 150

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Gabriel Rießer
Date
1906-03-01
Page
150 (sequence 22)
Language
German
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150 Im deutschen Reich. Namen wirken wie heilende Zauberworte auf den durch das Leiden der Gegenwart gebeugten Sinn, sie wecken das Vertrauen wieder auf den Fortschritt, auf die Zukunft der Menschheit, wenn es durch das Schauspiel augenblicklichen Stillstandes oder Rückschritts wankend werden möchte." Solch ein Name ist uns Gabriel Rießer. Er möge es bleiben, bis feine hohen Ziele erreicht sind. Darüber hinaus wird Gabriel Rießer ewig unvergessen sein! «2^ MMenlese aus Gabriel Rießers Zeitschrift „Der Jude", Altona 1832. Aus der Ankündigung. (Seite 5—0). Daß es an der Zeit ist, die Frage der bürgerlichen Gleichstellung der Juden in Deutschland zur Sprache zu bringen, daß die erfreulichsten Hoffnungen für ihre glückliche Lösung vorhanden sind, wird selbst von denen, die es vor einem Jahre noch in Abrede stellten, jetzt kaum mehr bestritten werden; denn es ist kaum ein deutscher Staat, in welchem die mindeste Hoffnung des Fortschritts, der leiseste Gedanke der Verbesserung lebt, wo nicht die Sache der religiösen Freiheit, die nur in den Personen der Juden in Deutschland noch gekränkt wird, im Laufe des vorigen Jahres zur Sprache gekommen, wo sie nicht allen Vorurteilen, allen Täuschungen, allen Sophismen zum Trotz ihrem endlichen Siege um einen Schritt näher gekommen wäre. Jeden dieser Fortschritte zu beachten, in jedem Augenblick dahin zu wirken, daß kein begonnenes Streben, durch Hindernisse abgeschreckt, unterbrochen werde, den sinkenden Mut, wo es Not tut, zu beleben, jeder edlen Bemühung Anerkennung und Dank zu zollen, jeden in ein neues Gewand gehüllten Scheingrund, jeden Trugschluß der Gegner zu vernichten, ehe es ihm gelungen, in den Gemütern Platz zu gewinnen, wird unser fortwährendes Streben sein. Wir teilen die Meinung derer nicht, die da sagen, die Anerkennung unseres Rechts werde, wenn das allgemeine Bewußtsein hinlänglich entwickelt sei, von selbst eintreten, und unser eigenes beständiges Bemühen sei überflüssig oder unnütz.

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