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Im deutschen Reich · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
G. L., München
Date
1906-02-01
Page
123 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Brieflasten der Redaktion. 123 Artikel „Das Nimmersatte Rom" zu lesen. Da wird aus Anlaß des Rechtsstreits zwischen dem früheren und dem jetzigen Erzbischof von Olmütz gesagt: „Die Einkünfte des Olmützer Erzbischofs betragen jährlich mindestens 4 Millionen Kronen! Das Prager Erzbistum steht im Besitze von 40 000 ha Felder, Wiesen und Wald. Und diese Rieseneinkünfte fließen in die Tasche je eines Mannes, noch dazu eines Zölibatärs! Als im Jahre 1891 der Graner Erzbischof Simor starb, fand die mit der Aufnahme der Verlassenschast betraute Kommission in einem in einer Mauer eingeiügten verborgenen Kasten in 16 Säckchen mehr als 1^3 Millionen Gulden in gemünztem Gold, außerdem Juwelen in enormen Werte. „Hamstermäßig" — nicht wahr, lieber Leser? Zahlreiche Bistümer und Klöster, deren Bewohner Armut geloben, sind Latifundien in des Wortes verwegenster Bedeutung. Und dabei wird für den nimmerfatten Magen der Römlinge unermüdlich gebettelt, geschnorrt, auf Vermächtnisse spekuliert. So wurden in dem kleinen Lande Salzburg allein im zweiten Halbjahr 1904 nicht weniger als 52 629 Kronen 82 1 3 Heller für rein ultramontane Zwecke heraus — gebracht! Ist dieser Raub an dem Vermögen des ohnehin immer mehr verarmenden Volkes nicht geradezu himmelschreiend? Selbst kirchenrechtlich ist jeder katholische Pfründeninhaber verpflichtet, ein Drittel seines jährlichen Einkommens öffentlichen Bedürfnissen, vor allem den Armen, zu überreichen. Aber nur wenige kümmern sich um derlei Vorschriften, wenn sie an den empfindlichsten Teil, an den Beutel, gehen. Wahrlich! Hoch an der Zeit wäre ks, wenn sich wieder ein tatkräftiger, volksfreundlicher Fürst, ein Staatsmann oder eine Volksvertretung fände, welche dem nachgerade schon zum Springen vollgefüllten römischen Geldsack eine kleine Erleichterung verschafften." — Die Dresdner antisemitische „Deutsche Wacht" ist das Organ der Träger der „Los von Rom"-Bewegung; ähnlich wirken auch andere antisemitische Organe und unsre liebe „Staatsbürger-Zeitung" bringt Nummer für Nummer Verherrlichungen des altgermanischen Heidentums. Ist das eine passende Gesellschaft für Mitglieder des Zentrums?

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