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Im deutschen Reich · 1906-02-01 · Heft 2 (Februar 1906) · p. 121

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 2 (Februar 1906)
Article
K. R., Breslau
Date
1906-02-01
Page
121 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 12.1. eingenommen, ohne diese, wie ein bayrischer Abgeordneter sich geschmackvoll ausdrückte, Zu „verschandeln". Bis Zum Generalsrang versteigt sich der Ehrgeiz der deutschen Juden noch gar nicht; sie haben warten gelernt. Der OsfiZiersrang wird erst dann Wert für sie haben, wenn man den jüdischen Kameraden nicht nur „ertragen", sondern nach seinem Manneswert schätzen gelernt hat. In der Schule Stöckers und bei dem Verein deutscher Studenten lernt sich so etwas aber nicht' M. V. Posen. Dem Generalleutnant von Müller, der in der Berliner Zeitschrift „Der Tag" mit warmen Worten für den Deutschen Ostmarken-Verein eingetreten ist, antwortet in demselben Blatte Professor Hans Delbrück: „Gern stimme ich seiner Auffassung zu, daß der Ostmarken-Verein von patriotischer Gesinnung und deutschem Geist erfüllt und Zerrieben ist, muß aber leider hinzufügen, daß die tatsächlichen Ergebnisse seiner Tätigkeit das gerade Gegenteil von dem hervorgebracht haben, was er bezweckt. Das Deutschtum hat in den fast anderthalb Jahrzehnten seiner Tätigkeit in den Ostmarken nicht nur keine Fortschritte gemacht, sondern ist ganz wesentlich Zurückgegangen, und zwar zum großen Teil infolge der verkehrten Politik, deren Hauptträger der Ostmarken-Verein gewesen ist. Von den verschiedensten Seiten wurde mir gesagt, wie unhaltbar die Politik des Vereins in der Praxis sei, könne man daran erkennen, daß eins seiner namhaften Mitglieder, einer der größten Grundbesitzer in der Provinz, selber lauter polnische Arbeiter auf seinen Gütern halte. Wer sich des näheren über diese Dinge unterrichten will, der möge Nachlesen, was ich im Dezember- und Januarheft der „Preußischen Jahrbücher" darüber geschrieben habe. Ich kann wich also dem Rate des Herrn Generalleutnants v. Müller, daß, wer das Deutschtum in den Ostmarken unterstützen wolle, dem Ostmarken-Verein beitreten möge, nicht nur nicht anschließen, sondern muß im Gegenteil sagen: Es wäre wünschenswert, daß alle diejenigen die heute noch Mitglieder des Vereins sind, aber die Verkehrtheit seiner Politik eingesehen haben, jetzt austreten. Erst wenn der Einfluß dieses Vereins gebrochen ist, kann es für das Deutschtum in den Ostmarken besser werden." I. K., Posen. Wir danken Ihnen für Ihre freundliche Anregung, der wir, wie Sie aus dem Inhalt dieses Heftes ersehen, Folge geleistet haben.

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