Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- K. S., Berlin
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 120 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316740-2316743--14811-2336346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
120 Im deutschen Reich Krieskasten der Redaktion. &. S., Berlin. Wundert Sie das? Ueberläufer suchen sich meistens durch Uebereiser bei bei ihren neuen Glaubensgenossen einzubürgern und zuweilen auch zu diesem Zweck ihre früheren Glaubensgenossen zu verunglimpfen. Bei anständigen Christen haben sie damit kein Glück. Die „Allg. Ztg. des Judentums" erinnerte kürzlich daran, daß der österreichische Reichsgerichtspräsident Dr. Josef Unger zu einem Professor, der erst kurz vorher getauft worden war und schon judenfeindliche Bemerkungen machte, spottend sagte: „Ihr Antesemitismus war mir bekannt; Ihr -Antisemitismus ist mir neu!" £>. Z. Berlin. Für eine Besserung der mißlichen Lage der Juden in Marokko erhofft man eine energische Fürsprache der italienischen Regierung. Der italienische Ministerpräsident Fortis hat kürzlich die Herren Dr. Alfred Klee aus Berlin und Di\ Felice Ravenna aus Ferrara in längerer Audienz empfangen. Es handelte sich bei dieser Besprechung um eine Intervention Italiens auf der Konferenz Algeciras zu Gunsten einer gesetzlichen Festlegung der Gleichberechtigung der nichtmohammedanischen. In welchen drückenden Verhältnissen sich namentlich die marokkanischen Juden befinden, ist bekannt. Herr Dr. Klee äußert sich sehr befriedigt über das Ergebnis der Besprechung. M. S., Frankfurt a. O. Der Sachverhalt war folgender: Ein jüdischer Viehhändler aus Landsberg, der von einem anderen Händler, der in dem Gasthofe Ehrentreichs Kühe zum Verkauf stellte, kaufen wollte, fühlte sich durch eine Aeußerung Ehrentreichs über „alle Juden" mit Recht schwer beleidigt. Er erhob Beleidigungsklage und lehnte einen Vergleichsvorschlag ab. Ehrentreich wurde dann zu 30 Mk. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten verurteilt. K. R., Breslau. Der Sohn des verstorbenen Stockholmer Rabbiners Dr. Wolf, Gundrin Wolf, ist mit dem Titel eines Generals zum Sektionschef im schwedischen Marineministerium ernannt worden. Auch in Oesterreich und in den Vereinigten Staaten haben Juden schon früher hohe Stellungen in der Marine