Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 118 (sequence 7)
- Language
- German
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118 Im deutschen Reich. in Fachkreisen einen Namen gemacht hat, gehört seit beinahe einem Jahrzehnt dem Borstande der Anwaltskammer und seit kurzem auch dem Vorstande des deutschen Anwaltsvereins an. Daß Justizrat Dr. Fuchs, der neben den vorerwähnten Aemtern in einer umfangreichen Praxis eine rege Tätigkeit zu entfalten hat, außerdem sich mit größter Hingebung der Sache der deutschen Judenheit widmet, ist den Mitgliedern unseres Central-Vereins so genau bekannt und wird von ihnen so dankbar anerkannt, daß es an dieser Stelle nicht betont zu werden braucht. Wohl aber möchten wir der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß weite nichtjüdische Kreise unseres deutschen Vaterlandes es mit Freuden begrüßen würden, wenn bei der Auswahl von Männern für Staatsstellen stets nur eine objektive Würdigung der Persönlichkeit in Betracht gezogen würde! In den „Deutsch-Sozialen Blättern" vom 27. November v. Js. war unter der Ueberschrift „Israel auf dem goldenen Kalb" eine inzwischen auch in andere antisemitische Blätter übergegangene Notiz der „Tiroler Post" besprochen worden, in der es als eine große Gefahr bezeichnet wurde, daß nach der zuletzt veröffentlichten Bilanz der Vermögensstand des „Wiener Hauses Rothschild im Juni 1905 11 117 Millionen Kronen betragen habe. Trotzdem diese Notiz offenbar widersinnig war, haben wir uns an maßgebender Stelle nach dem Sachverhalt erkundigt. Der erhaltene Bescheid besagt: „Vor ungefähr 3 Jahren hat schon das antisemitische Wiener „Deutsche Volksblatt" seinen Lesern Aehnliches über den Rothschildschen Vermögensstand aufgetischt, und seither erscheinen diese unsinnigen Ziffern immer wieder in einzelnen antisemitischen Blättern. Das Haus Rothschild ist keine öffentliche Bank und deshalb zur Veröffentlichung seiner Bilanzen nicht verpflichtet, die aus diesem Grunde niemals publiziert worden sind. Daß die Ziffern lächerlich übertrieben sind, wird von maßgebender Seite versichert und auf folgende Tatsache verwiesen: In Beantwortung einer Interpellation im österreichischen Parlament hat s. Z. der Finanzminister erklärt: „Die in dem „Wiener Volksblatt" aufgestellte Behauptung, daß das Wiener Haus Rothschild in Folge Angabe eines geringeren Kapitals zu wenig Steuern zahle, absolut nicht zutreffend sei, sondern daß nach seinen neueren Erhebungen das Haus seine Steuerdeklaration vollkommen wahrheitsgetreu erstatte." — Das Haus Roth-