Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Regensburg
- Date
- 1906-02-01
- Page
- 112 (sequence 2)
- Language
- German
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112 Im deutschen Reich. „Wenn Sie mir den Verkehr übelnehmen, tuts mir leid/ Letztere Redewendung wollte Knaus so verstanden haben, als hätten sie gelautet: „Dann tun Sie mir leid." Knaus äußerte sich auch in diesem Sinne u. a. auch zu dem jetzigen Rechtsanwalt Gerisch in München, der es Erhard überbrachte. Unmittelbar daraus begegneten sich Erhard und Knaus. Ersterer teilte Knaus mit, daß er 1. nicht gesagt: dann tun Sie mir leid, 2. daß er seinen Verkehr nicht kontrollieren lasse und 3., daß er der ältere sei. Knaus sühlte sich nun als juristischen Rekruten hingestellt und außerdem durch den Ton beleidigt und sandte andern Tags seinen Bruder, Regierungspraktikant Anton Knaus, in die Wohnung Erhards. Dieser erklärte dem Kriegsgerichtsrat, er müsse das von ihm in der Schlossergasse beobachtete Benehmen im Namen seines Bruders als „unanstänoig" bezeichnen. Fr. Knaus potenzierte dann am selben Abend die Aeußerung seines Bruders Zum Worte: „Unverschämt". Erhard unterbreitete den Vorfall seiner Vorgesetzten Behörde, die den Bescheid erteilte, daß er Klage zu stellen habe. Von den Entlastungszeugen, sämtlich Korpsphilistern, wurde nur ein Regensburger Rechtspraktikant vernommen, dessen Erklärung lautete: In seinen Gesellschaftskreisen sei das Verhalten des Kriegsgerichtsrats als unanständig Zu erachten. Das Gericht beschloß, sämtliche andere Entlastungszeugen nicht zu vernehmen. Nach kurzer Beratung erging das Urteil: „Rechtspraktikant Knaus ist schuldig eines fortgesetzten Vergehens der Beleidigung und wird Zu 20 Mark verurteilt." Kommentar überflüssig' Neremsrrachrichtett tie von der Berliner Gruppe 81V. des Eentral- Vereins am 16. Januar d. I. in dem Etablissement „Buggenhagen" am Moritzplatze veranstaltete Versammlung war so Zahlreich besucht, daß der geräumige Kaisersaal nahezu