Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Kattowitz
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 44 (sequence 2)
- Language
- German
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44 Im deutschen Reich. zu denen sich die „Oberschlesische Zeitung" in Beuthen herbeiläßr, entschieden verurteilen. Das deutsch-nationale „Neue Gleiwitzer Jntelligenzblatt" schreibt: „Wir haben bereits konstatiert, daß die sich zum Zentrum zählende „Oberschlesische Zeitung" mir ihrem Antisemitismus eine Ausnahme bildet, und daß die übrige Zentrumspresse nicht auf ihrem Standpunkt steht. Auch die oberschlesischen Katholiken verurteilen fast ausnahmslos die neueste Richtung des Antisemitenblattes. Stillschweigen heißt hier mit in dasselbe Horn stoßen, und die antisemitischen Hetzer zu neuen Schandtaten anfeuern." Die katholische „Oberschlesische Volksstimme" erklärt in einem „Zentrum und Antisemitismus" überschriebenenArtikel: „Die katholische Religion verwirft den Antisemitismus als eine unkatholische Sonderströmung, die den Geboten der christlichen Liebe und Gerechtigkeit widerstrebt, und das Zentrumsprogramm sieht, als Programm der vollsten Gerechtigkeit, im schärfsten Gegensatz zu allen antisemitischen Bestrebungen. Wenn wir uns darum auch durch die ungerechtfertigten Angriffe der einen Zeitung in Beuthen, nicht ins antisemitische Fahrwasser leiten ließen, so war das nicht „Mangel an Zielbewußtsein und Unerschrockenheit", wie ihn uns das neue Beuthener Blatt vorzuwerfen beliebt, sondern eben zielbewußtes und unerschrockenes Festhalten an den katholischen Zentrumsprinzipien. Und da wissen wir uns in bester Gesellschaft. Herr Geistlicher Rat Schirmeisen, dessen Stimme bei allen Katholiken, namentlich bei den ihn hochoerehrenden Beuthener Katholiken, wohl volles Gewicht haben wird, sagte in der letzten Kasinositzung in öffentlicher Versammlung mit Bezug auf die für Beuthen so schädlichen und verhetzenden Treibereien der neuen Zeitung unter anderem Folgendes: „Ich hoffe nun auch, daß die häßliche Judenhetze in der Ob. Ztg. aufhört, denn es ist doch zu viel, was da alles geschrieben wird." 02 Frankfurt a. M., 2 Januar. Die „Frankfurter Zeitung" berichtet: „Der Verleger des von einem Leser unter dem Stichwort: „Wer ein Kind lieb hat" in der „Frankfurter Zeitung" Nr. 323 kritisierten Buches schreibt uns: „Zu der gegen mein liebes Kinderliederbuch „Macht aus das Tor!" gerichteten kritischen Bemerkung möchte ich sagen: 1. Ich bedauere es selbst ganz außerordentlich, daß diese eine antisemitisch gefärbte Zeile („Der Jude schindet arme Leut; das Jägerhorn bringt große