Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Hannover
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 42 (sequence 2)
- Language
- German
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42 Im deutschen Reich. Cohn-Dessau, Konsul Jaffe-Hannover in das Kuratorium und Herr S. Vorreuter-Zannover in den Vorstand. Unter allseitiger Zustimmung der Anwesenden erklärte der Vorstand, daß er es für seine Pflicht der Anstalt betrachte, sich an der Erziehung verwaister russischer Kinder, die bei den letzten Greueln ihrer Eltern beraubt worden sind, zu beteiligen. Es sollen sechs Kinder, vorzugsweise Mädchen, Ausnahme finden. ~ Posen, 3. Januar. Unsere treuen Vereinsmitglieder, die Herren Miguel Latz und Arnold Faerber, in Firma Miguel Latz & Hermano in Magdalena, Sonora, Mexiko, haben dem hiesigen Lokalkomitee des Hilfsvereins der deutschen Juden für die Opfer der russischen Judenverfolgungen T ausend Mark überfandtc? Wongrowitz, 2. Januar. Im Wanskischen Saale hat hier am 10. Dezember eine von etwa 600 Personen besuchte polnische Versammlung stattgesunden, die durch den Rittergutsbesitzer von Grabowski-Zbiata eröffnet und von dem Reichstags-Abg. von Janta-Polczpnski geleitet wurde. Die „Wongrowitzer Zeitung" betont, daß für den Verein „Strasz" Propaganda gemacht wurde, und berichtet dann weiter: „Besondere Erwähnung verdient die Rede des Pfarrers Zoch aus Schokken. Wie kein polnisches Geld in deutsche Hände gelangen dürfe, so müßte es besonders vermieden werden, es an Juden zu verausgaben. Früher habe kein polnischer Adliger ohne jüdischen Faktor bestehen zu können vermeint, jetzt könnten polnische Arbeiter nicht an polnischen Kneipen vorübergehen. Die Juden nützen die Polen aus, indem sie ihnen Geld zu niedrigen Zinsen abborgen und zu hohem Zinsfuß wieder an Polen verleihen, indem sie ihnen unter falschen Vorspiegelungen minderwertige Waren aufschwatzten usw." Die Redaktion bemerkt hierzu: „In der Tat hat wohl noch kein Diener der Kirche in so krasser-Weise den Materialismus verherrlicht und ihn mit Gottesgeboten verwechselt wie Herr Probst Zoch." Bald daraus wurde im Anzeigenteil der „Wongrowitzer Zeitung" Nachstehendes veröffentlicht: Zur Abwehr! Die Vorgänge der jüngsten polnischen Versammlung im Wanskischen Saale fanden durch die „Wongrowitzer Zeitung" Erörterung und Verbreitung. Der Bericht ergibt, daß Herr Probst Zoch aus Schokken die Juden unreeller Geschäftsmanipulationen zur Ausnutzung der Polen beschuldigt.