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Im deutschen Reich · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. 40

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
12 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Cöln a. Rh.
Date
1906-01-01
Page
40 (sequence 2)
Language
German
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40 Im deutschen Reich. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens einen Kampf im Dienste der Kultur und der Gesamtwenschheit, im Bewußtsein des Rechtes, das diesem Kampfe den Sieg verschaffen wird und muß. Wer für das Recht kämpft, trügt den Sieg in sich, gleichviel, ob dieses Recht früher oder später allgemein anerkannt wird. Das Bewußtsein, nicht allein für'dieses gute Recht, sondern für die Kultur der Menschheit zu kämpfen, muß uns in dem Kampfe stärken und stählen und wird endlich zum Siege führen!" — Neber den weiteren Verlauf der Versammlung sei noch Folgendes bemerkt: Die Diskussion, die dem Vorträge folgte, brachte eine Fülle der Anregung. Referendar Apfel hob hervor, daß der Centräl-Verein ein Boden wäre, aus dem jeder Jude, welcher religiösen oder Parteirichtung er auch angehöre, sich betätigen könne, und daß nur dieser Neutralität willen der jüdischen Jugend, die leider vielfach durch innere Zwistigkeiten getrennt werde, die Mitarbeit in den Ortsgruppen des Central-Vereins nicht warm genug empfohlen werden könne. Rabbiner vr. Rosenthal erinnerte daran, daß gerade 250 Jahre feit der Zulassung der Juden in den englischen Staatsverband verflossen seien: er wies darauf hin, mit welch' nachahmenswerter Selbstverständlichkeit heutzutage der Jude in England als vollgiltiger Bürger betrachtet werde. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld-Essen gab einen eingehenden Ueberblick über die Tätigkeit des Centrat-Vereins, die sich unter anderem in dem nicht zu gering zu veranschlagenden Einfluß auf die gerichtliche Aburteilung antisemitischer Exzesse äußere. Rechtsanwalt vr. Mannheim betonte den vom Vortragenden bereits angedeuteten Gedanken der Gemeingefährlichkeit des Antisemitismus, der nichts weiter als eine Vorstufe zur Anarchie bedeute. Nur durch eine ehrliche freisinnige Politik, betonten Herr B. Feilchenfeld sowie vr. D esenberg, sei eine Wandlung in den Anschauungen der weiteren Bolkskreise zu erwarten. Auf die Tagespolitik ging vr. med. Auerbach ein, der den neuen Schulgesetz-Entwurf als einen Ausdruck reaktionärer Anschauungen bezeichnte; die Gefahren, welche der Entwurf für die jüdische Schule entfalte, sollten zu kräftiger Abwehr äußerer und innerer Feinde des Judentums gemahnen. Die Diskussionsredner fanden teilweise stürmischen Beifall, sodaß Herr vr. Brvdnitz sich in feinem Schlußwort mit der Feststellung begnügen konnte, daß er die Ueberzeugung witnehme, daß die Sache des Central-Vereins in

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