Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Halle a. S.
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 37 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 37 : .radie metUc Herr Rechtsanwalt Dr. Horivitz auf begüglidjc Anfrage bereitwilligst Auskunft über die Stellung des Centraloereins zum „Verband der Demschen Juden", über die Erteilung des jüdischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen sowie über verschiedene die VereinszeitschrisL betreffende Anregungen. Nachdem noch der Wunsch zum Ausdruck gelangt war, durch die Wahl eines definitiven Vorstandes die Konstituierung der Ortsgruppe zu vollenden, wurde unter lebhaften Dankesbezeugungen an den Redner des Abends die erste Centralvereins-Versaunnlung in Halle geschlossen. ± Essen a. d. Ruhr, 1. Januar. Am 25. November hielt die hiesige rührige Ortsgruppe unter dem Vorsitze des Herrn Nechtsanwalt Map Abel eine gut besuchte Propagandaversamm-!ung im Saale des Kasino ab. An Stelle des durch Erkrankung am Erscheinen verhinderten Referenten Herrn Landtagsabgeordncte-ii Dr. Cohn-Dessau nahm Herr Rechtsanwalt Dr. Herzielt) das Wort zu einem Vortrage: „Ter Central-Verein— eine Notwendigkeit." Der Redner würdigte einleitend das Ereignis des Tages, den 1. Verbandstag der Deutschen Juden. Die erste Tagung am 30. Oktober, mit einer PräsensZiffer von ca. 400 Delegierten, sei eine imposante Kundgebung gewesen, und jeder Teilnehmer schätze sich glücklich, jene unvergeßlichen Stunden -niterlebt zu haben. Zu seinem eigentlichen Thema übergehend, michnete dann der Vortragende Wesen und Wirken des Central- Bereins in so neuartiger packender Form und mit so warmherzigen Worten, daß die Begeisterung am Schluffe sich in minutenlangem Beifall auslöste. Der Redner kennzeichnete zunächst das Erwachen der Selbstbesinnung der Juden und verglich den Central-Verein mit einer Volkswehr, deren Reihen sich bei uns ohne Zwang unaufhörlich füllten. Nicht für den Angriff sei unsere Wehr geschult, sondern allein zur mutigen Verteidigung, aber auch zu dieser bedarf es scharfer Waffen. Niemand, welcher religiösen oder politischen Richtung er huldigt, sei von der Ehre ausgeschlossen, unter unserer Fahne zu stehen; ausgenommen der Deigling. Unter den Einwänden, mit denen man dem Central- Aerein noch immer begegnet, sei der verwerflichste, der das Dchweiaen und Sichducken für heilsamer ausgebe; denn er entnimmt der Feigheit. Mit Männern, denen ihre Ehre als Juden nicht der Verteidigung wert sei, will der Central-Verein nicht mästen. Aber auch derHEinwand, daß die mutigste Abwehr