Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 12 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Zum Kapitel: Die Juden als Soldaten
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Im deutschen Reich. bindlichst für denselben. Sie haben mir durch Ihr herzliches Gedenken eine große Freude bereitet, sehe ich doch daraus, daß Sie mich ebenso wenig vergessen Haben, wie ich Sie. Alte meine Untergebenen, die mir durch Eifer, Fleiß, Strebsamkeit und tadellose Führung das Leben leicht gemacht haben, behalte ich dauernd im Gedächtnis und danke allen denen noch heute. Unter solchen nehmen Sie einen hervorragenden Platz ein, denn ich habe an Ihnen in und außer Dienst viel Freude gehabt, namentlich auch durch Ihre großen Mühewaltungen am Geburtstage Sr. Majestät. Leider gaben Sie mir Ihre Adresse nicht an, und so weiß ich nicht, ob mein Brief Sie finden wird, aber ich will es hoffen. Ist dem so, dann teilen Sie es mir bitte mit und erzählen Sie mir gleichzeitig von Ihrem Ergehen. Sind Sie verheiratet? Haben Sie Familie? Was sind Sie jetzt, und wie ist es Ihnen in den langen Jahren ergangen? Heute will ich nicht weiter schreiben, denn ich muß erst wissen, ob wein Brief Sie auch findet. Nochmals herzlichen Dank und viele Grüße! Ihr Sie hochschätzender.Oberstleutnant. Herrn Kaufmann (?) H.R. Wohlgeboren Posen. II. Mein Lieber Herr R.1 In Anbetracht der sicheren Aussicht, Sie persönlich in meinem Hause begrüßen zu können, will ich mich in Beantwortung Ihres lieben Briefes, für den ich herzlich danke, kurz fassen und Ihnen nur die gestellten Fragen beantworten. Mein Magenleiden ist unverändert dasselbe geblieben, obwohl ich allerlei Kuren, sogar in Bädern und Anstalten, gebraucht habe. Ich bin nun daran gewohnt, frage keinen Arzt mehr, lebe vorsichtig und kümmere mich im übrigen nicht um das Leiden. Seit diesem Entschluß geht es mir sogar etwas besser. Seit 1892 bin ich in 2. Ehe verheiratet und habe einen Sohn, der in diesem Monat 12 Jahre alt wird, hier das Gymnasium besucht und in Untertertia sitzt, sowie eine Tochter, die heute ihr 8. Lebensjahr vollendet. Mein Aeltester ist seit 18. 8. 04 Leutnant im Fußartillerie-Regiment T, das mit 8 Komp, in Königsberg in Preußen, mit 2 Kompagnien in Loetzen steht. Letzterer Ort ist z. Z. die Garnison meines Sohnes. Der Junge ist */-2 Kopf größer als ich, sehr breit, stark und kräftig, so ein