Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- C. K., Berlin
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 672 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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672 Zm deutschen Reich. abhängig von der Landeskirche, erfreut sich jedoch eines jährlichen budgetmäßigen Staatszuschusses von 900 Mk. WÄ betonen die angelsächsische Herkunft dieses Vereins, weil wir der Meinung sind, daß eine derartige forcierte und schematische Propaganda Zur Gewinnung der Israeliten für die evangelische Kirche den gesunden Grundsätzen des deutschen Protestantismus widerspricht." — Diese Tatsache der staatlichen Subventionierung der Judenmission ist keineswegs, wie Sie irrtümlich annehmen, erst jetzt an die Oeffentlichkeit gedrungen; sie hat vielmehr schon vor etwa sechzig Jahren den damaligen Dresdner Oberrabbiner Dr. Zacharias Frankel zu einer Vorstellung bei dem preußischen Minister Eichhorn veranlaßt, deren Mißerfolg den charaktervollen Theologen wesentlich mit dazu bestimmte, die in ehrenvollster Weise an ihn ergangene Berufung in das Berliner Rabbinat abzulehnen. M. P., Altona. Wm danken Ihnen für die Uebersendung des „Hamburger Fremdenblattes" vom 1. d. Mts. Es ist. völlig richtig, was dieses Blatt über das Organ des Junkertums sagt, das es fertig bringt, die russischen Schandtaten zu entschuldigen. Das „Fremdenblatt" schreib!: „Die „Kreuzztg." hat ja von jeher dem zarischen Despotismus eine schwärmerische Verehrung entgegengebracht. Theodor v. Bernhardt berichtet in seinem Tagebuch aus den Zeiten der Reaktion, als die „Kreuzztg." Rußland als einen „Hort der konservativen Interessen Europas" feierte, daß die „Kreuzzeitung"-Partei einen förmlichen Ueberwachungsdienst bei jedem Regiments organisiert hatte, um jedem Offizier zu schaden, der nicht kreuzritterlich und russisch gesinnt war. Beim Tode des Zaren finden allenthalben Trauerseierlichkeiten statt, die Gardeofsiziere tragen Denkmünzen und sonstige Trauerabzeichen. Unterm 15. Mai 1854 heißt es: „Feier in Brandenburg: die Uniform des Kaisers Nikolaus ist in Prozessionen in die Kirche getragen worden, zur höchsten Entrüstung aller Verständigen. Manteuffel, der dabei sein mußte, gesteht, daß er innerlich empört war. Einer der Führer der katholischen Partei in der Kammer äußerte laut: Da hätten die Protestanten einen großen Lärm gemacht über den heiligen Rock und nun trieben sie selber Abgötterei mit den Kleidern des Kaisers Nikolaus." Ferner beißt es vom 13. März 1854: „Der Mobilmachungsplan der preußischen Armee ist Rußland verraten, dem Kaiser Nckolaus mitgeteilt worden — und die „Kreuzztg." hat die Taktlosigkeit begangen, diesen Verrat in.Schutz zu nehmen und zu erklären, dergleichen sei garnicht von Uebel." Wenn die Liebe der „Kreuzztg." für Rußland so weit geht, den Verrat am