Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 671 (sequence 8)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 671 beraumt, für die Herr Rabbiner Dr. Jacob aas Güttingen einen Vortrag über Len „Christlichen Staat" zugesagt haite. Ueber den Verlaus dieser Versammlung, sowie über die am 9. d. Mts. in Köln (Vortragender: Herr Rechtsanwalt Dr. BrodniH aus Berlin) und am 10. L. Mts. in Halle a. S. (Vortragender: Der Vorsitzende des Central - Vereins - Vorstands, Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz) stattaehabten Versammlungen hoffen wir in dem nächsten Hefte dieser Zeitschrift ausführlich berichten zu können. A. L. Briefkasten der Redaktion. R. M., Berlin. Daß sich die „Staatsbürger-Zeitung" unzählige Male selbst widerspricht, ist bereits vielfach bemerkt worden. Es verdient vielleicht, niedriger gehängt zu werden, daß sich in hm am 8. Dezember veröffentlichten Artikel über das Volksschulunte'.Haltungsgesetz folgende Sätze finden: „Die anscheinend wieder aus Rücksicht auf das Zentrum und allzu kirchliche protestantische Kreise erzwungene übermäßige Betonung des Bekenntnisses bei der Anstellung der Lehrer und Errichtung neuer Schulen ist unerfreulich, auch wenn man kein Freund der Simultanschulen wäre. Jüdische Lehrer braucht sich kein christliches Kind gefallen zu lassen. Aber die ängstliche Beachtung der Mehrheit und gewöhnlich der katholischen oder gar der Minderheit macht einen üblen Eindruck. So vergiftet selbst schon die Schule die Kinderscelcn wir konfessionellem Hader, der unser Volk zerreißt und einst im 30 jährigen Kriege Deutschlands Ohnmacht verschuldet hat." — Daß der Verfasser dieses Artikels, der die christlichen „Kinder" gegen die jüdischen Lehrer aufwiegelt, selbst zu denen gehört, die die Kinderseelen mit konfessionellem Hader vergiften, ist sonnenklar und so niedrig — daß man es kaum noch niedriger zu hängen vermag! C. K<, Berlin. Die betreffende Notiz der „Vossischen Zeitung" lautet wörtlich: „Die deutsch-protestantische Judenmission ist nicht auf heimischem Boden erwachsen. Die Gesellschaft, deren Berichte regelmäßig in den Synoden zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden, wurde im Jahre 1822 in Berlin gegründet auf Anregung und unter dem Einfluß eines englischen Protestanten namens Lewis Way, dem dann der pietistische Professor Tholuck zur Seite irat. Sie ist un-